Investing.com - Die Goldhändler werden die Entwicklungen in der internationalen Politik rund um den geplanten Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un, der für den kommenden Monat angesetzt ist, weiter im Auge behalten.
Auch die fortdauernden Handelsgespräche zwischen den USA und China dürften die Investoren beschäftigen.
An Konjunkturdaten wird in der kommenden Woche eine wahre Flut hereinbrechen, als der Mai endet und der Juni beginnt, wobei vor allem der monatliche US-Beschäftigungsbericht im Rampenlicht stehen dürfte.
Neben den Arbeitsmarktdaten dürften sich die Märkte in dieser in den USA wegen eines Feiertags verkürzten Woche, auch für einen Report zur Inflation der privaten Konsumausgaben (personal consumption expenditures, PCE inflation) - interessieren, die das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve ist. Auch wird es eine zweite Schätzung für das US-BIP-Wachstum im ersten Quartal geben.
In den USA bleiben die Märkte wegen des dortigen Volkstrauertags geschlossen.
Gold hatte den Handel am Freitag etwas billiger beendet, belastet von der Stärke des US-Dollars. Aber der Preis des Edelmetall hielt sich knapp über dem Schlüsselwert von 1.300 USD die Feinunze, sodass am Ende der Woche noch ein Zugewinn herauskam.
Die Goldfutures für Juni waren am Freitagabend an der Comex Sparte der New York Mercantile Exchange um 70 US-Cent auf 1.303,70 USD gesunken, sind aber auf Wochensicht um rund 1% nach oben geklettert.
Der Preis war am Freitagmorgen kurzzeitig auf ein Zweiwochenhoch von 1.307,20 USD gestiegen, nachdem Donald Trump erklärt hatte, dass ein für den 12. Juni angesetztes Treffen mit dem nordkoreanischen Führer gestrichen sei, da das isolierte Land "offene Feindschaft" zeige.
Gold kam von seinem Hoch allerdings wieder herunter, nachdem ein hochrangiger Vertreter Pjöngjangs gesagt hatte, der Führer des Landes Kim Jong Un sei weiterhin zu einem Treffen bereit.
Unterdessen stieg der Dollar am Freitag gegenüber einem Korb aus anderen Leitwährungen auf sein höchstes Niveau seit Mitte November, angeschoben von dem größer werdenden Renditevorteil gegenüber den anderen großen Währungen.
Der Dollarindex, der die Stärke der amerikanischen Währung gegenüber einem Korb aus sechs Leitwährungen abbildet, lag rund 0,5% höher auf 94,21, nachdem er ein Hoch von 94,24 erreicht hatte, ein Niveau auf dem er zuletzt am 14. November gestanden hatte.
Ein steigender Dollar setzt gewöhnlich die Rohstoffkurse unter Druck, die in der US-Währung notiert werden und sich daher für Käufer von außerhalb des Dollarraums verteuern, wenn der Dollar steigt.
Die Investoren haben eine Erhöhung der Zinsen bei der nächsten geldpolitischen Sitzung der Fed vom 12. bis 13. Juni voll eingepreist, so der US-Zinsmonitor von Investing.com. Die Wall Street bleibt sich allerdings uneins, wie viele Zinsschritte danach noch kommen werden.
Die Wahrscheinlichkeit von drei weiteren Zinserhöhungen bis Ende des Jahres, anstatt von lediglich zwei, hat abgenommen, nachdem das letzte Woche erschienene Protokoll der Fed-Sitzung im Mai moderater im Hinblick auf Zinserhöhungen ausgefallen war, als dies von den Märkten erwartet worden war.
Erwartungen auf höhere Zinsen sind tendenziell eine schlechte Nachricht für Gold, da dieses dann Schwierigkeiten hat mit Rendite bringenden Anlagen mitzuhalten.
Im weiteren Edelmetallhandel gingen Silberfutures mit einem Verlust von 0,8% zu 16,54 USD die Feinunze aus dem Handel, konnten aber über die Woche einen Gewinn von 0,6% herausholen.
Bei den Industriemetallen lag Kupfer zu Handelsschluss am Freitag 0,6% tiefer auf 3,078 USD das Pfund, konnte über die Woche aber immer noch um 0,5% zulegen.
Vor Beginn der kommenden Woche hat Investing.com eine Liste wichtiger Ereignisse zusammengestellt, die die Märkte beeinflussen könnten.
Montag, der 28. Mai
Am Montag werden die Märkte in den USA am dortigen Volkstrauertag (Memorial Day) geschlossen bleiben.
Dienstag, der 29. Mai
Aus den USA gibt es Zahlen zum Verbrauchervertrauen vom Conference Board.
Mittwoch, der 30. Mai
In der Eurozone kommen aus Deutschland vorläufige Inflationszahlen, zusammen mit den Einzelhandelsdaten.
In den USA erscheinen der monatliche ADP-Report zur Lohnbeschäftigung außerhalb der Landwirtschaft, sowie eine zweite Schätzung zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal.
Die kanadische Zentralbank verkündet ihre geldpolitischen Entscheidungen und gibt ihr Zinsstatement heraus.
Donnerstag, der 31. Mai
Aus China gibt es Einkaufsmanagerindizes zum Wachstum in der erzeugenden Industrie und dem Dienstleistungssektor.
In der Eurozone erscheint eine vorläufige Schätzung der Inflationsrate.
In den USA erscheinen Berichte zu den Privateinkommen und -ausgaben, die auch die Inflation der privaten Konsumausgaben umfassen. Außerdem gibt es noch Daten aus dem produzierenden Gewerbe im Raum Chicago und die Erstanträge auf Arbeitslosengeld.
Freitag, der 1. Juni
In China erscheint der Caixin-Index zum produzierenden Gewerbe.
Die USA runden die Woche mit den Maizahlen zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft, während das Institute of Supply Management seinen Index zur Industrieproduktion veröffentlicht.
