Investing.com - Die Ölpreise sind am Montag weiter abgesackt und haben ihre niedrigsten Niveaus in rund sechs Wochen erreicht, inmitten von Anzeichen, dass die Opec und Russland eine Anhebung der Förderung erwägen, um die Lieferausfälle aus dem Iran und Venezuela auszugleichen.
Eine Rückkehr zu den Produktionsmengen, wie sie im Oktober 2016 bestanden, die Ausgangsbasis für das laufende Abkommen zur Produktionsbeschränkung, ist eine der Möglichkeiten die Angebotsverluste abzufedern, sagte der russische Energieminister am Sonnabend.
Seine Kommentare kamen, nachdem die Energieminister Russlands und Saudi-Arabiens sich getroffen hatten, um den Zustand des globalen Ölangebots zu diskutieren, bevor im kommenden Monat eine kritische Opec-Konferenz über die Bühne gehen wird.
Die Organisation Erdölexportierender Länder Opec und Förderländer von außerhalb des Kartells angeführt von Russland haben mit einem Abkommen die Förderung um 1,8 Mio Fass am Tag gedrosselt, um die Ölpreise zu stützen und die hohen globalen Lagerbestände abzubauen. Der Pakt begann im Januar 2017 und soll Ende 2018 auslaufen.
Die Opec wird ihre nächste Hauptversammlung am 22. Juni in Wien abhalten.
Die US-Rohölfutures fielen auf bis zu 65,80 USD das Fass, ihrem tiefsten Kurs seit dem 17. April, bevor sie sich bis 09:50 MEZ wieder auf 66,67 USD erholten, damit aber immer noch 1,8% unter dem letzten Schlusskurs liegen.
Die Futures auf Brent fielen um bis zu 2,6% auf 74,53 USD das Fass, ihrem niedrigsten Preis in etwa drei Wochen. Zuletzt lagen sie 1,6% im Minus auf 75,28 USD.
Am Freitag waren WTI und Brent um jeweils rund 4% eingebrochen und liegen jetzt 6,4% bzw. 9,1% unter ihren Höchstständen von Anfang Mai.
Die unaufhaltsame Suche nach neuem Öl in den USA hat auch zur schlechten Stimmung beigetragen.
US-Ölfirmen haben in der vergangenen Woche 15 weitere Bohrplattformen in Betrieb genommen, womit deren Gesamtzahl 859 erreicht hat und damit den höchsten Stand seit März 2015, was den Sorgen über die wachsende Produktion in den Vereinigten Staaten Nachdruck verliehen hat.
Die heimische US-Ölförderung ist in den vergangenen zwei Jahren - beflügelt vom Schieferöl - um mehr als 27% auf ein Allzeithoch von 10,73 Mio Fass am Tag geschossen.
Nur Russland fördert derzeit mit rund 11 Mio Fass am Tag noch mehr.
Heute werden die Handelsvolumen sich wahrscheinlich in Grenzen halten, da die US-Märkte wegen des dortigen Volkstrauertages geschlossen sind. In Großbritannien ist ebenfalls ein nationaler Feiertag.
Kommentare aus den großen Ölförderstaaten, die weitere Hinweise darauf geben könnten, ob diese ihr laufendes Abkommen zur Begrenzung der Produktion beenden werden, sollten in der angelaufenen Woche weiterhin an der Spitze der Agenda bleiben.
Neue wöchentliche Zahlen zu den kommerziellen US-Lagerbeständen an Rohöl vom Mittwoch und Donnerstag, dürften die Aufmerksamkeit des Marktes für sich beanspruchen, da sie helfen die Stärke der Nachfrage im größten Verbraucherland für Öl einzuschätzen und zu sehen, wie schnell die Fördermenge zunimmt.
