Heute Abend ist es endlich soweit - die mit mit enormer Spannung erwartete zinspolitische Entscheidung der US-Federal Reserve Bank steht auf der Agenda. Die Finanzmärkte rechnen fest mit der ersten Senkung der US-Leitzinsen seit gut 10 Jahren - das erwarten auch die Analysten der Deutschen Bank (DE:DBKGn).
Deshalb stellt sich die Frage, wie geht es nach der Zinssenkung weiter, so die Experten. "Die Anleger warten mit Spannung auf Hinweise der Federal Reserve (Fed) zur weiteren Geldpolitik in den USA".
Am Markt ist derzeit eine Zinssenkung um 25 Basispunkte eingepreist, die Wahrscheinlichkeit für eine Absenkung um 50 Basispunkte liegt dagegen nur bei 16 Prozent. Trotzdem sollten Anleger die Fed nicht unterschätzen. Es könne auch zu einer großen Zinssenkung kommen, so die Deutsche Bank in einer Kundennotiz.
"Zwar hat die Fed keine triftigen Gründe für eine große Zinssenkung, aber das letzte Mal, als die Notenbank einen neuen Zinssenkungszyklus lostrat - das war im September 2007 - reduzierte sie die Zinsen gleich um 50 Basispunkte. Das gleiche war im Januar 2001 der Fall. Damals senkte sie ihren Leitzins beim Beginn des Zinssenkungszykluses um 50 Basispunkte".
Die Zinsen lagen zu dieser Zeit aber auch noch deutlich höher als heute. Das letzte Mal, als die Federal Reserve ihren Zinssenkungszyklus mit einer Absenkung der US-Leitzinsen um 25 Basispunkte begann, war im September 1998. In den darauffolgenden Monaten wurden die Zinsen um drei weitere Male nach unten gesetzt, so dass die Währungshüter mit dieser Aktion die Expansion bis zur Rezession 2001 erfolgreich verlängerten - und das will ja Powell. Er will die Zinsen senken, um den Konjunkturzyklus zu verlängern und wahrscheinlich um den Aktienmarkt oben zu halten.
"Unsere Volkswirte rechnen mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte", so die Deutsche Bank, und fügte hinzu, dass "die Schlüsselfrage ist, wie Fed-Chef Powell und das Komitee die Geldpolitik in den kommenden Monaten gestalten".
Für die Analysten aus dem deutschen Bankhaus sei daher die Pressekonferenz von Powell von großer Bedeutung. "Wir glauben nicht, dass der Notenbankchef den Märkten eine weitere Zinssenkung im September garantiert, sondern das der Umfang der weiteren geldpolitischen Lockerung von den hereinkommenden Daten abhängig ist".

