Wachstumsausblick schickt Ölpreise nach unten, trotz Angebotsverknappung

Wachstumsausblick schickt Ölpreise nach unten, trotz Angebotsverknappung

Feb 08, 2019

Mit den Ölpreisen ging es am Freitag in Asien bergab, trotz Berichten über Produktionssenkungen der OPEC und US-Sanktionen gegen Venezuela, als die Händler weiter über die weltweite Abkühlung der Konjunktur besorgt sind.

Futures auf die US-Leitsorte WTI, die gestern um rund 2,5% gefallen waren, behielten ihren Abwärtstrend am Freitag bei und wurde um 05:11 MEZ zu 52,21 USD das Fass gehandelt, weitere 0,82% tiefer.

Futures auf Brent, dem Benchmark für den internationalen Ölmarkt, sanken um 0,67% auf 61,22 USD das Fass, nachdem sie gestern um 1,7% gefallen waren.

Die Stimmung am Markt war gedämpft wegen der möglichen Negativfolgen der ungelösten Streitigkeiten zwischen den USA und China auf das Wachstum der Weltwirtschaft.

US-Präsident Donald Trump sagte, dass es keine Gespräche zwischen ihm und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping gegeben werde, bevor die Frist für ein Abkommen am 1. März abgelaufen ist, was neue Sorgen über die Spannungen zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten auslöste. Letzte Woche noch hatte Trump suggeriert, er werde Xi Ende Februar persönlich treffen, schloss aber am Donnerstag ein solches aus.

“Die Rohölpreise kehrten zu ihren Tiefs der Woche zurück, da schlechtere Wachstumsaussichten...eine Rückkehr höherer Lagerbestände signalisieren könnten,” sagte Edward Moya, Marktanalyst beim Optionsbroker Oanda, in einem Report von Reuters.

Unterdessen geben die Produktionssenkungen, die von der Organisation Erdölexportierender Länder (Organization of the Petroleum Exporting Countries, OPEC) orchestriert worden sind und den Ölpreisen weiter Unterstützung, auch wenn sie in dieser Woche weitgehend von erneut aufgekommenen Sorgen über die Handelsbeziehungen überschattet wurden.

Saudi-Arabien, das de facto Führungsland der OPEC, hat seine Produktion im Januar um rund 400.000 Fass am Tag (barrels per day, bpd) gesenkt auf jetzt 10,24 Mio bpd, was fast 1,7 Mio bpd unter der US-Fördermenge liegt, berichtete Reuters unter Berufung auf Quellen aus der OPEC.

Die US-Sanktionen, die Ende Januar verhängt wurden, machen es schwerer für Venezuela, Öl zu exportieren, aber die Folgen auf den internationalen Ölmärkten halten sich momentan noch in Grenzen und einige Analysten meinen sogar, dass die Ölmärkte zur Zeit "auf komfortablen Angebotsreserven sitzen".

Am Donnerstag stimmte ein Ausschuss im US-Repräsentantenhaus für einen Gesetzesentwurf, der OPEC-Mitglieder den US-Kartellregeln unterwerfen würde. Allerdings hat die gesamte Kammer diesen Vorschlag bislang noch nicht beraten.

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