US-Dollar sinkt - Euro im Fokus nach deutscher Gerichtsentscheidung

US-Dollar sinkt - Euro im Fokus nach deutscher Gerichtsentscheidung

Mai 05, 2020

von Peter Nurse

Der US-Dollar gab am frühen europäischen Handelstag etwas nach, als ein hochrangiger Vertreter der Trump-Administration versucht hatte, den Streit zwischen den USA und China über die Handhabung des Coronavirus-Ausbruchs zu glätten.

Um 09:05 MEZ wurde der US-Dollar-Index, der die US-Währung gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, um 0,1% tiefer zu 99,51 gehandelt. Der EUR/USD Kurs stieg um 0,1% auf 1,0909, der GBP/USD Kurs um 0,1% auf 1,2458, während derUSD/JPY Kurs um 0,1% auf 106,66 fiel.

Der stellvertretende nationale Sicherheitsberater Matthew Pottinger bestand am Montag darauf, dass die Vereinigten Staaten keine „Strafmaßnahmen“ gegen China wegen dessen Umgangs mit der Pandemie erwägen, und nahm nach einigen der jüngsten Feindseligkeiten anderer Mitglieder der US-Regierung, wie auch Trumps selbst, gegenüber Peking eine versöhnlichere Haltung.

Die aggressive Haltung der US-Regierung hatte am Wochenende Ängste vor einem weiteren Handelskrieg zwischen den beiden mächtigsten Volkswirtschaften der Welt geschürt, was dazu führte, dass Gelder in den Dollar als sicheren Hafen flossen.

Man sollte am Dienstag auch auf die Bewegungen des Euros achten, da das deutsche Bundesverfassungsgericht heute um 10:00 MEZ seine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Anleihekaufprogramms der EZB verkünden will.

Es wird nicht erwartet, dass das Gericht das Programm für illegal erklärt, da der Europäische Gerichtshof bereits dafür entschieden hat, aber es könnte die Beteiligung der Deutschen Bundesbank am Kauf von EZB-Anleihen einschränken.

„Dies könnte den Zusammenhalt der Europäischen Union angesichts der schlimmsten wirtschaftlichen Kontraktion seit dem Krieg untergraben und die Bemühungen überschatten, Mittel an schwächere südliche WWU-Mitglieder wie Italien zu leiten - was möglicherweise die Spreads der Anleihenrenditen dieser Länder gegenüber Deutschland ausweiten könnte", sagte David Marsh, Vorsitzender von das unabhängige Zentralbankforum OMFIF in einer Kurzanalyse.

Ansonsten stieg australische Dollar nach Abschluss des letzten Treffens der Zentralbank des Landes gegenüber seinem US-Kollegen an.

Die Reserve Bank of Australia hielt die Zinsen auf ihrem Rekordtief von 0,25 Prozent, da Australien weiterhin mit den Auswirkungen des Coronavirus auf seine Wirtschaft zu kämpfen hat. Während dieser Schritt weitgehend erwartet wurde, rechnete eine Minderheit damit, dass die RBA die Zinssätze erneut auf dann 0,15% senken werde.

RBA-Gouverneur Philip Lowe warnte, dass Australien derzeit eine „sehr schwierige Phase“ durchläuft, und sagte, dass die Arbeitslosigkeit selbst im Basisszenario der Zentralbank 10 Prozent erreichen wird, während die Produktivität ebenfalls um diesen Betrag sinken wird. Die australische Regierung warnte auch davor, dass das BIP im laufenden Quartal um 10% schrumpfen werde.

Der AUD/USD Kurs lag um 0,4% höher auf 0,6449.

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