Ölpreise steigen, Gewinne aber vor US-Vorratsdaten begrenzt

Ölpreise steigen, Gewinne aber vor US-Vorratsdaten begrenzt

Okt 22, 2019

Die Ölpreise stiegen am Dienstag auf Hoffnungen, dass es Fortschritte bei den Handelsverhandlungen zwischen den USA und China geben wird, doch hielten sich die Gewinne in Grenzen, da ein weiterer Anstieg der Öllagerbestände in den USA erwartet wird.

Futures auf die US-Leitsorte West Texas Intermediate standen um 13:55 MEZ um 21 Cent höher auf 53,72 USD das Fass, während Brent sich um 21 Cent auf 59,16 USD das Fass verteuerte.

Die Hoffnung, dass die USA und China Fortschritte bei der Beilegung ihres Handelsstreits erzielen, stand hinter den Preisaufschlägen am Ölmarkt.

Chinas Vize-Außenminister Le Yucheng sagte, dass bei den Gesprächen Fortschritte erzielt worden seien und dass beide Seiten einander respektierten und kein Problem unlösbar sei.

Die Bemerkungen folgten auf Kommentare von US-Präsident Donald Trump, dessen Aussagen nach die Bemühungen zur Beendigung des Handelsstreits gut liefen, während der Berater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, sagte, die für Dezember geplanten Zölle könnten zurückgezogen werden, sollten Fortschritte erzielt werden.

"Die ermutigende Stimmung an den Finanzmärkten wird weiterhin durch den Optimismus über die Handelsgespräche stimuliert. Die Risikoaversion könnte immer noch abrupt zurückkehren, wenn sich die Gespräche in die Länge ziehen oder gegen die Wand laufen", sagte Lukman Otunuga, Analyst bei FXTM.

Der Internationale Währungsfonds prognostizierte letzte Woche, dass die Folgen des Handelskrieges zwischen den USA und China und Handelsstreitigkeiten auf der ganzen Welt das globale Wachstum im Jahr 2019 auf 3,0% abbremsen werden, was der schwächste Wert in einem Jahrzehnt wäre.

Ein geringeres Wirtschaftswachstum bedeutet typischerweise eine geringere Nachfrage nach Rohstoffen wie Öl.

Die Preisaufschläge wurden jedoch durch die Erwartungen voller werdender US-Rohöllager begrenzt, bevor das American Petroleum Institute, ein Branchenverband, heute während des Handels noch entsprechende Daten veröffentlichen wird und es morgen den amtlichen Wochenreport der US-Energieinformationsagentur gibt.

"Die Erwartungen gehen dahin, dass API und EIA einen Anstieg der US-Rohölvorräte um rund 3 Millionen Barrel in der letzten Woche melden werden, was sicherlich nicht zur Stimmung beiträgt", sagte ING-Analyst Warren Patterson.

"Diese sichtbaren Vorratserhöhungen und die anhaltenden Sorgen hinsichtlich der Nachfrage machen es zunehmend schwieriger eine anhaltende Preiserholung zu sehen, vor dem OPEC+-Treffen Anfang Dezember."

Die Organisation der erdölexportierenden Länder, Russland und andere Ölproduzenten, eine als OPEC+ bekannte Allianz (DE:ALVG), haben sich darauf festgelegt, die Produktion bis März 2020 um 1,2 Millionen Fass am Tag (bpd) zu senken. Die Produzenten kommen vom 5. bis 6. Dezember erneut zusammen.

Der russische Energieminister Alexander Novak sagte, dass die US-Ölproduktion in den nächsten Jahren wahrscheinlich ihren Höhepunkt erreichen wird, da die aktuellen Ölpreise das Expansionstempo bremsen. Goldman Sachs (NYSE:GS) hat seine Prognose für das Wachstum der US-Schieferölproduktion im Jahr 2020 heruntergeschraubt und seine Aussichten für das globale Wachstum der Ölnachfrage in 2020 leicht gesenkt.

-- Dieser Report entstand unter Mitwirkung von Reuters.

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