Auch in China registriert man nun die aggressivere Rhetorik der USA. Die Global Times zitiert einen Experten, der dem chinesischen Handelsministerium nahestehen soll, dass die USA scheinbar einen Rückzieher bei den Handelsgesprächen machen.
Die US-Regierungsvertreter drohen mit Zollerhöhungen, so Mei Xinyu, aber das wird keine Auswirkungen auf die Haltung Chinas haben, da man sich schon seit langem auf das Worst-Case-Szenario vorbereitet habe.
US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, dass er es nicht eilig habe, eine Handelsvereinbarung mit Peking zu machen. Er erklärte, es sei wohl besser, bis nach den US-Präsidentschaftswahlen mit einem Handelsabkommen zu warten. "Ich habe keine Frist, nein", erklärte er. Ein Handelsdeal mit China sei abhängig davon, "ob ich einen machen will oder eben nicht", so Trump.
Tags zuvor hatte US-Handelsminister Wilbur Ross gesagt, dass Trump wohl die am 15. Dezember geplanten Zölle erlassen werde, wenn es zu keinem Handelsdeal kommt.
In der Folge kam es zu der ersten nennenswerten Korrektur seit Anfang Oktober an der Wall Street: Für den Dow Jones Industrial Average ging es am Montag um 268 Punkte oder 0,9 Prozent nach unten auf 27.783,04. Der S&P 500 zog sich ebenfalls 0,9 Prozent zurück auf 3.113,87. Die Technologiebörse NASDAQ Composite verlor 1 Prozent.
"Es hängt immer noch diese Wolke über dem Markt, was am 15. Dezember mit dem Handelsdeal passieren wird", sagte Christian Fromhertz, CEO der Tribeca Trade Group ,wie CNBC berichtete. "Es wird irgendwann zu einer Entscheidung kommen müssen, ob sie die Zölle zurücknehmen oder verschieben wollen."
Vor US-Börsenbeginn um 15.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit stehen die Vorzeichen an der Wall Street auf rot.

