Goldpreise fester in der Nähe von Sechsjahreshoch - PBoC stabilisiert Märkte

Goldpreise fester in der Nähe von Sechsjahreshoch - PBoC stabilisiert Märkte

Aug 06, 2019

Die Goldpreise haben sich am Dienstag in der Nähe von Sechsjahreshochs behauptet, als Worte und Taten der chinesischen Zentralbank, der People’s Bank of China (PBoC), den Märkten Sicherheit gaben, dass sie den Yuan nicht in den Keller fallen lassen wird.

Spot-Gold lag um 15:12 MEZ um 0,1% höher auf 1.465,61 USD und hat damit sein Tageshoch von 1.474,99 USD wieder aufgegeben, das sein höchstes Preisniveau seit Mai 2013 gewesen war.

Nachdem die Vereinigten Staaten China als "Währungsmanipulierer" eingestuft hatten, da die Zentralbank am Montag auf mehr als 7 zum Dollar sinken ließ, kündigte die PBoC in der Nacht einen festeren Referenzkurs als erwartet an und gab ein klares Statement heraus, in dem sie ihre Bestimmung deutlich machte, die Währung stabil "im Gleichgewicht" zu halten, im Rahmen ihres kontrollierten Floating-Regimes.

“Die Märkte haben auf Chinas Devisenkurs-Fixing reagiert, indem sie aus Absicherungspositionen herausgingen,” sagte INGs Stratege Francesco Pesole in einer Notiz.

Während er empfahl, den Dollar im Auge zu behalten, während die wichtigste Taube in der Federal Reserve James Bullard ab 19:05 MEZ eine Rede halten wird, sagte er, dass seiner Erwartung nach, das “PBoC-Fixing in dieser Woche die Stimmung am Markt beherrschen wird."

Analysten haben sich allerdings besorgt gezeigt, dass die Stabilisierung bald wieder vorbei sein könnte.

Mohamed El-Erian, der Chefvolkswirt der Allianz, sagte, dass die Aktion der PBoC “bestenfalls eine Feuerpause, keine Lösung" sei.

Jan Hatzuis, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, meinte, er rechne nicht länger damit, dass die Vereinigten Staaten und China noch vor den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 ein Abkommen auf den Weg bringen werden.

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, ab dem 1. September 10% Zoll auf Importe aus China in die USA im Wert von 300 Mrd USD zu erheben, “suggeriert, dass beide Seiten im Konflikt eine härtere Linie fahren, was die Chancen für eine Einigung in nächster Zeit verringert,” schrieb Hatzius in einer Notiz.

Er sagte auch, er sehe jetzt eine 75% Chance auf eine Zinssenkung der Fed im September und dass zu 50% im Oktober ein weiterer Zinsschritt nach unten folgen werde, nach der Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt in der letzten Woche. Hatzius hatte bislang vorhergesagt, die Fed werde in diesem Jahr nur zweimal die Zinsen senken.

Der Markt zeigt sich noch weitaus überzeugter, da er eine Reduktion um 25 Basispunkte im September schon vollständig eingepreist hat und die Chancen für eine weitere Zinsreduktion im Oktober auf über 75% schätzt.

Niedrigere Zinssätze vermindern die Opportunitätskosten des Haltens von unverzinstem Gold. Anleihen im Wert von über 1 Billionen USD liefern ihren Besitzern mittlerweile negative Renditen, sodass weitere Zinssenkungen lediglich die relative Attraktivität von Gold erhöhen. Die Rendite deutscher Bundesanleihen mit 10 Jahren Laufzeit erreichte am Dienstag ein neues Rekordtief von -0.54%, trotz der Stabilisierung der Aktien- und Devisenmärkte.

Im weiteren Metallhandel stiegen US-Silberfutures um 0,2% und wurden um 16:15 MEZ zu 16,427 USD gehandelt.

Palladiumfutures verteuerten sich um 1,1% auf 1.432,10 USD die Feinunze, während das Schwestermetall Platin sich um 0,4% auf 854,50 USD verbilligte.

Bei den Industriemetallen verteuerte sich Kupfer um 0,9% auf 2,568 USD das Pfund.

-- Dieser Report entstand unter Mitwirkung von Reuters.

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