Goldpreis stabil über 1.480 Dollar - Analyst erwartet kurzfristige Preisschwäche

Goldpreis stabil über 1.480 Dollar - Analyst erwartet kurzfristige Preisschwäche

Dez 04, 2019

Nach den kräftigen Kursgewinnen vom Dienstag konnte sich der Goldpreis am Mittwoch oberhalb der Marke von 1.480 Dollar stabilisieren. Das bestimmende Thema bleibt der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Anleger hoffen weiterhin auf mehr Klarheit im sechszehnmonatigen Zollstreit.

Der Februar-Terminkontrakt des Gold-Futures fällt um 1,45 Dollar oder 0,08 Prozent auf 1.483,25 Dollar je Unze. Das ist der stärkste Anstieg seit dem 2. Oktober.

Der Kassapreis in US-Dollar für eine Unze Gold legte leicht zu. Der XAU/USD verteuerte sich um 0,39 Dollar oder 0,03 Prozent auf 1.477,62 Dollar je Unze.

Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider mitteilte, nähern sich die USA und China einer Handelsvereinbarung der Phase eins an.

"Der Goldpreis befindet sich weiterhin in einem sich rasch ändernden Umfeld", so Peter Grant, VP und Marktanalyst bei Zaner Metals LLC. "Die Handelshoffnung war Anfang letzter Woche sehr hoch, dann löste sie sich Anfang dieser Woche in Luft auf, und nun wurde die Hoffnung auf Fortschritte über Nacht durch bloße 'Gerüchte' wieder angeheizt."

Falls die USA und China bis 15. Dezember keine Handelsvereinbarung erreichen, werden die neuen US-Zölle von 15 Prozent auf Waren im Umfang von 156 Milliarden Dollar in Kraft treten.

"Mehr Abgaben würden das Wachstum belasten. Aber der größte Schaden der Handelspolitik von US-Präsident Trump ist die Unsicherheit und die Investitionsschwäche", so UBS-Ökonom Paul Donovan. "Dieser Schaden ist bereits entstanden. Die Märkte sind nach wie vor anfällig, aber weitere wirtschaftliche Abwärtsrisiken (oder Aufwärtsrisiken) durch Änderungen der Handelspolitik können moderater ausfallen."

Die US-Futures befinden sich nach den kräftigen Vortagesverlusten auf Erholungskurs. Gestern sagte US-Präsident Donald Trump, dass er sich einen Handelsdeal mit China auch erst nach der Wahl im November 2020 vorstellen könne. "In gewisser Weise denke ich, dass es besser ist, bis nach der Wahl mit China zu warten."

Trump hatte am Montag zudem noch Zölle auf brasilianischen und argentinischen Stahl angekündigt. Grund dafür sei die "massive" Abwertung ihrer Währungen.

In Zeiten von politischen Unsicherheiten gilt Gold nach wie vor als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.

Der Goldpreis ist in diesem Jahr gut 16 Prozent gestiegen. Hauptgrund dafür waren die präventiven Zinssenkungen der Federal Reserve, die Ende Juli als Reaktion auf die Handelsunsicherheit ihre Zinswende eingeleitet hatte. Im Zuge dessen zog das Edelmetall deutlich an und die Anleiherenditen kollabierten.

Jay Powell kündigte Ende Oktober zwar eine Pause im Zinssenkungszyklus an. US-Präsident Trump hatte aber erst in dieser Woche weitere Zinssenkung von der US-Notenbank Fed gefordert.

Die nächste Zinssitzung der Federal Reserve findet am 11. Dezember statt. Laut dem von entwickelten FedWatch-Tool gilt eine Senkung der Fed-Funds-Rate als nahezu ausgeschlossen.

Niedrige Zinsen begünstigen Gold. Steigen die Zinsen, dann ist das schlecht für den Goldpreis.

"Auch wenn der längerfristige Ausblick solide ist, erwarten wir in den kommenden Wochen und Monaten eine deutliche Preisschwäche (bei Gold)", so ABN AMRO-Metallanalystin Georgette Boele. "Die Anleger sind nach wie vor massiv für höhere Goldpreise positioniert", erklärte sie.

Diese extreme Positionierung hänge wie ein Damoklesschwert über dem Gold-Markt und verhindere, dass die Goldpreise sich deutlich nach oben entwickeln, "da jeder Preisanstieg genutzt wird, um Gewinne aus bestehenden Positionen zu realisieren."

Zwar habe die Unterstützung bei 1.450 Dollar vorerst gehalten, aber sobald der der Goldpreis diesen Boden herausnimmt, drohe ein schneller "Washout" auf 1.400 Dollar, prophezeite Georgette Boele. Im Extremfall seien sogar Preise von 1.350 Dollar möglich.

"Wir warten lieber, bis der Ausverkauf eingesetzt hat und sich die Preise stabilisiert haben, bevor wir wieder einsteigen."

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