Der Goldpreis hat sich am Dienstag auf Talfahrt begeben. Positive Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Kursrallye an den Weltbörsen drückten den Preis des Edelmetalls in den Keller. Sichere Anlagearten sind aktuell nicht mehr gefragt, heißt es am Markt.
Der Spotpreis für Gold rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 1.500 Dollar und verlor zuletzt 1,12 Prozent (15.15 Uhr MEZ) auf 1.492,70 Dollar je Feinunze. Damit bewegt sich das gelbe Metall wieder auf dem Niveau vom 30. Oktober.
Für den Gold-Future, der an der COMEX gehandelt wird, ging es um 1,16 Prozent tiefer auf 1.493,45 Dollar je Feinunze.
"Goldanleger verlassen sichere Häfen und setzen die Segel in riskantere Gewässer", erklärte Peter Fertig, Direktor bei Quantitative Commodity Research, wie CNBC schreibt.
Nicht nur das beide Seiten kurz vor der Unterzeichnung eines "Phase-1"-Vertrags stehen, sondern auch ein klares Signal für eine Verbesserung der Wirtschaftslage könnte dazu führen, dass der Goldpreis nach unten geht und aus seiner aktuellen Range ausbreche, fügte er hinzu.
S&P 500, Dow Jones und Nasdaq sind am Dienstag nach Meldungen über ein mögliches wechselseitiges Zurückfahren der Zölle wieder in Richtung ihrer Rekordhochs gestiegen. Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sind, China und die USA könnten einen Teil der zuletzt erlassenen Zölle zurücknehmen. Die britische Financial Times sagte indes, die Trump-Administration diskutiere derzeit über den Erlass einiger Strafzölle gegenüber China. Die Wirtschaftszeitung berief sich auf mehrere US-Regierungsvertreter.
"Wenn sich die Wirtschaft erholt, wie die US-Notenbank Fed erwartet, könnte es im nächsten Jahr keine weiteren Zinssenkungen geben, und das ist ein weiterer Faktor, der derzeit Gold drückt", sagte Peter Fertig von QCR.
Die Federal Reserve hatte zwar letzte Woche die Zinsen zum dritten Mal in diesem Jahr gesenkt. Aber zugleich eine mögliche Pause im Zinssenkungszyklus signalisiert, sofern sich die Wirtschaftsaussichten nicht eintrüben.
"Mit Blick auf das nächste Jahr würde eine Fed, die sich im Wartemodus befindet, unseren bullischen Ausblick auf die Goldpreise um ein erhebliches Abwärtsrisiko erweitern, vorausgesetzt, dass das US-Makroumfeld weiterhin mit einer Anpassung in der Mitte des Zyklus übereinstimmt (Widerstandsfähigkeit bei Beschäftigung und Konsum, Erholung im verarbeitenden Gewerbe)", erklärte Natasha Kaneva, die bei JP Morgan verantwortlich für die Rohstoffstrategie ist.
Den nächsten Bewegungsimpuls beim Goldpreis dürfte der ISM-Index für den Service-Sektor auslösen. Von befragte Volkswirte erwarten eine Erholung von 52,6 im September auf 53,2 im Oktober.
Charttechnisch gestalte sich das Bild weiter neutral bis bullisch, erklärte Malte Kaub, Analyst beim Broker ActivTrades. "Als Taktgeber gilt noch immer das symmetrische Dreieck, dessen Begrenzungslinien sich bei 1.517 auf der Ober- und 1.487 Dollar auf der Unterseite befinden."

