Nach dem Erreichen eines Vierwochenhochs zog sich der Goldpreis am Mittwoch etwas zurück. Auslöser dafür war der Rückgang der Risikoaversion, die gestern als Reaktion auf Trumps Aussagen zu einem möglichen Handelsdeal mit China über die internationalen Finanzmärkte geschwappt war.
Die Verluste des gelben Metalls waren jedoch wegen schwacher US-Konjunkturdaten begrenzt. Die Anzeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft unter dem Deckmantel des Handelskriegs mit China abkühlt mehren sich und bilden den Boden für weitere Zinssenkungen der Federal Reserve.
Die monatlichen ADP-Arbeitsmarktdaten zeigten, dass sich die Beschäftigungszuwächse des privaten Sektors im November stark verlangsamt haben und gerade einmal 67.000 neue Stellen geschaffen wurden. Volkswirte hatten mit 140.000 gerechnet.
"Insgesamt ein enttäuschender Bericht, vor allem da in 6 der 10 Subkategorien Stellen abgebaut wurden", sagte Robert Zach von . "Am Freitag steht der offizielle US-Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. Erwartet werden plus 180.000 Stellen. Dies könnte sich angesichts des schwachen ADP-Jobberichts als zu hoch erweisen."
Enttäuscht hatte auch der ISM-Index für den US-Dienstleistungssektor, der im November um 0,8 auf 53,9 fiel.
"Die Details des Berichts deuten darauf hin, dass sich der Dienstleistungssektor weiterhin besser entwickelt als das verarbeitende Gewerbe, wenngleich Anzeichen von zollbedingtem Druck erkennbar sind", so Wells Fargo-Ökonomin Sarah House in einer Notiz. "Wir gehen davon aus, dass der Dienstleistungssektor weiter wachsen wird, aber er wird sich voraussichtlich verlangsamen."
Bis 11:30 Uhr ET (1630 GMT) waren die Gold-Futures um 0,4% auf 1.478,95 Dollar pro Feinunze gefallen, nachdem zuvor mit 1489,85 Dollar der höchste Stand seit Anfang November erreicht wurde. Spot Gold fiel 0,3% auf 1.473,42 Dollar.
Trotz der kurzfristigen Widerstandsfähigkeit glauben einige Metallexperten, dass die Dinge für den Goldpreis erst schlechter werden müssen, bevor sich ein Silberstreif am Horizont abzeichnet.
"Auch wenn der längerfristige Ausblick konstruktiv aussieht, erwarten wir in den kommenden Wochen und Monaten eine deutliche Preisschwäche", sagte ABN AMRO-Analystin (AS:ABNd) Georgette Boele in einer Studie.
Trotz des 100 Dollar-Rückgangs vom Jahreshochs seien die "Anleger immer noch massiv für höhere Goldpreise positioniert. Die Netto-Long-Position an den Terminmärkten ist extrem und die ETF-Positionierung ist auf einem hohen Niveau. Diese Positionen hängen derzeit über dem Markt und verhindern, dass sich die Preise deutlich nach oben bewegen, denn jeder Preisanstieg wird genutzt, um Gewinne aus bestehenden Positionen zu realisieren", erklärte sie.
Boele glaubt, dass ein Unterbieten der Unterstützung von 1.450 Dollar rasch zu Verlusten in Richtung 1.400 Dollar führen könnte.
Die Silber Futures erwiesen sich als volatiler und verloren 2% auf 16,91 Dollar pro Unze, während die Platin-Futures um 1,0% auf 904,00 Dollar fielen.

