EUR/USD: Spannung vor EZB-Entscheid und US-Inflationszahlen

EUR/USD: Spannung vor EZB-Entscheid und US-Inflationszahlen

Sep 13, 2018

Der EUR/USD konsolidiert seinen gestrigen Kursanstieg über der psychologisch wichtigen Marke von 1,1600 Dollar. Gespannt blicken Anleger auf die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank und die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise an diesem Nachmittag.

Gestern erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung zum Greenback als Meldungen über den Ticker liefen, wonach Steven Mnuchin dem chinesischen Vize-Premier Liu He eine Einladung zu Handelsgesprächen geschickt haben soll. Diese Berichte hat der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, nun bestätigt. Es gebe Informationen, wonach die Spitze der chinesischen Regierung Gespräche führen wolle, sagte Kudlow am Mittwoch dem Sender Fox Business.

Als Reaktion darauf setzte der sichere Anlagehafen US-Dollar zurück, was Währungen wie dem Euro, dem britischen Pfund aber auch dem neuseeländischen und australischen Dollar Auftrieb verlieh. Auch die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte erholten sich. So schlossen sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 im Plus, während der DAX und der europäische EURO STOXX 50 mit Kursgewinnen in den Handel am Donnerstag gestartet sind.

Einer ersten Nagelprobe muss die jüngste Aufwärtsbewegung im Euro aber heute Nachmittag erst noch bestehen. So steht zum einen die geldpolitische Entscheidung der EZB auf der Agenda und zum anderen werden die Verbraucherpreise aus den USA veröffentlicht.

Marktteilnehmer rechnen auf der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank mit keinen Veränderungen. So dürfte der geldpolitische Rat das Tapering der Wertpapierkäufe auf 15 Mrd. Euro monatlich ab dem vierten Quartal bestätigen, während er einen vollständigen Stopp der Käufe von der Inflationsentwicklung und der Inflationsprognose im Dezember abhängig machen dürfte.

Spannung versprechen dagegen die Wirtschafts- und Inflationsprojektionen der Währungshüter. Volkswirte rechnen mit leichten Abwärtsrevisionen bei der Inflations- und Wirtschaftsprognose, was vor allem auf die Turbulenzen in den Schwellenländern zurückzuführen ist.

Nach enttäuschenden US-Erzeugerpreisen werden heute die US-Verbraucherpreise veröffentlicht. So dürfte sich der Verbraucherpreisindex auf das Jahr hochgerechnet von 2,9 Prozent im Juli auf 2,8 Prozent im August zurückziehen, während die Kernrate stabil bei 2,4 Prozent gesehen wird.

EUR/USD - charttechnische Analyse

Solange die Schlüsselunterstützung bei 1,1510 Dollar intakt bleibt, könnte sich der EUR/USD auf 1,1750 oder sogar 1,1790 Dollar erholen. Ein Unterschreiten der besagten Unterstützung würde dagegen den Fokus der Anleger zurück auf die psychologisch wichtige Marke von 1,1300 Dollar bringen.

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