Devisen: US-Dollar unter Druck wegen düsterer Signale vom US-Arbeitsmarkt

Devisen: US-Dollar unter Druck wegen düsterer Signale vom US-Arbeitsmarkt

Dez 04, 2019

Der US-Dollar zog sich aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie einem schwachen US-Beschäftigungsbericht von seinem Erholungshoch zurück.

Bloomberg berichtete, dass US-Regierungsvertreter noch immer an eine Handelsvereinbarung der ersten Phase vor der geplanten Zollerhöhung am 15. Dezember glauben.

Chinas Außenministerium teilte als Reaktion auf den Bloomberg-Bericht mit, dass ein Handelsdeal mit den USA nur auf der "Grundlage von Gleichheit und gegenseitigem Respekt" erreicht werden kann. "Niemand sollte unsere Entschlossenheit unterschätzen, Chinas Interessen zu wahren".

Tags zuvor erklärte US-Präsident Donald Trump, dass er sich ein Handelsabkommen mit China auch erst nach der Wahl im November 2020 vorstellen kann. Eine Frist habe er nicht.

Den US-Dollar belastet haben zudem schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt. Es kamen gerade einmal 67.000 Mitarbeiter hinzu, wie der Personaldienstleister ADP am Mittwoch mitteilte. So gering war der Stellenaufbau zuletzt im Juni 2019.

"Der Arbeitsmarkt verliert an Glanz", sagte Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics, in einer Notiz. "Hersteller, Rohstoffproduzenten und Einzelhändler bauen Arbeitsplätze ab. Die Stellenangebote gehen zurück und wenn sich das Beschäftigungswachstum verlangsamt, wird die Arbeitslosigkeit zunehmen."

Enttäuscht hatte auch der ISM-Index für den US-Dienstleistungssektor, der im November um 0,8 auf 53,9 fiel.

"Die Details des Berichts deuten darauf hin, dass sich der Dienstleistungssektor weiterhin besser entwickelt als das verarbeitende Gewerbe, wenngleich Anzeichen von zollbedingtem Druck erkennbar sind", so Wells Fargo-Ökonomin Sarah House in einer Notiz. "Wir gehen davon aus, dass der Dienstleistungssektor weiter wachsen wird, aber er wird sich voraussichtlich verlangsamen."

Der U.S. Dollar Index, der die Stärke des Dollar gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen misst, sank bis 11:12 AM ET (16:12 GMT) um 0,2% auf 97,518.

Zum japanischen Yen legte der US-Dollar moderat zu. Der USD/JPY stieg 0,2% auf 108,78.

Das britische Pfund war der Überflieger am Mittwoch. Im Verhältnis zum US-Dollar schnellte die Inselwährung mit 1,3108 Dollar auf den höchsten Stand seit fast sieben Monaten. Zuletzt wurde der GBP/USD mit einem Plus von 0,9% auf 1,3110 Dollar gehandelt.

Für den EUR/USD ging es um 0,1% auf 1,1088 Dollar nach oben.

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