Der Goldpreis hat kurz nach US-Börsenbeginn seine ganzen Gewinne wieder abgegeben - eine Feinunze kostete mit 1.467 US-Dollar gut 8 Dollar weniger als gestern. Grund dafür war der unerwartete Tweet von US-Präsident Donald Trump mit Blick auf ein Teilhandelsabkommen mit China. Man stehe kurz vor einem großen Deal mit Peking, twitterte er. "Sie wollen es, und wir auch!"
Das ließ die Risikobereitschaft der Investoren massiv ansteigen. Der Dow Jones knallt um mehr als 200 Punkte nach oben und nähert sich in hohem Tempo seinen Rekordhochs. Gleiches gilt für den S&P 500, der um 0,70 Prozent zulegt. Auch am Rentenmarkt geht die Post ab. Die Zehnjahresrendite steigt um mehr als 3 Prozent auf 1,849 Prozent. Das beflügelt den US-Dollar, der einen Großteil seiner Vortagesverluste wieder aufholt. Steigende Renditen in Kombination mit einem stärkeren US-Dollar und einem hohen Risikoappetit der Investoren belasten in der Regel den Goldpreis.
Noch sind die Zölle am 15. Dezember auf chinesische Waren im Wert von gut 160 Milliarden Dollar nicht offiziell vom Tisch. Trumps Tweet gibt den Anlegern aber die Hoffnung, dass am Ende doch alles gut wird, zumindest vorübergehend. Reuters berichtete jüngst unter Berufung auf Insider, dass sich Trump heute mit seinen wichtigsten Handelsvertretern treffen wird, um darüber zu entscheiden, ob die für Sonntag geplante Zollerhöhung verschoben wird.
Charttechnisch sieht es beim Goldpreis plötzlich nicht mehr so rosig aus. Die aktuelle Tageskerze hat es indes in sich Der lange obere Schatten zusammen mit dem roten Kerzenkörper hinterlässt ein schauriges Chartbild. Noch ist aber nichts verloren. Schließlich handelt das gelbe Metall weiterhin in seiner Range zwischen 1.480/85 Dollar auf der Ober- und 1.450 Dollar auf der Unterseite. Allerdings lässt die heutige Kerze, sofern sie so schließt, nichts Gutes erwarten.

