Virus-Risiko schlägt Öl-Bullen in die Flucht

Virus-Risiko schlägt Öl-Bullen in die Flucht

Jan 23, 2020

Von Peter Nurse

Die Ölpreise sind am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen. Auslöser dafür ist die Furcht vor einer höheren Produktivität der US-Förderung sowie dem in China ausgebrochenen Coronavirus, der die Nachfragesituation erheblich beeinträchtigen könnte.

Der Preis für die US-Ölsorte WTI sank um 2,9% auf 55,08 Dollar pro Barrel. Das Tagestief liegt bei 55,01 Dollar. Für ein Fass der Nordseesorte Brent ging es um 2,6% auf 61,59 Dollar pro Barrel nach unten.

Zu Beginn des Tages haben die chinesischen Behörden in zwei Städten - in Wuhan, einer 11-Millionen-Stadt im Ursprungsort des Coronavirus, und im benachbarten Huanggang, das 7,5 Millionen Menschen zählt - eine Reisesperre ausgesprochen. Mit diesen Maßnahmen soll die Ausbreitung der tödlichen Krankheit gestoppt werden.

"Nachfragerisiken aufgrund des Wuhan-Virus scheinen ein zunehmendes Problem für den Markt zu sein, was verständlich ist, da jede Beschränkung des Reiseverkehrs wahrscheinlich den Treibstoffbedarf belasten wird", sagten die Analysten Warren Patterson und Wenyu Yao von ING in einer Forschungsnotiz.

Preisbelastend für den Ölpreis waren außerdem die steigenden US-Rohöllagerbestände. Gestern meldete das American Petroleum Institute einen Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 1,6 Millionen Barrel.

In Kürze stehen die offiziellen Lagerdaten für Öl aus den USA auf der Agenda.

"Obwohl die Märkte von der Entwicklung des Virus besessen sind, scheinen sie eine Reihe von Ölangebotsrisiken auf dem Markt zu ignorieren, die in ihrer Gesamtheit die Auswirkungen des Wuhan-Virus auf die Nachfrage bei weitem überwiegen könnten", fügte sie hinzu.

Sie weisen auf unterschiedliche Probleme in Libyen, Irak, Kasachstan und Nigeria hin und "diese Störungen summieren sich auf etwa 1,4 MMBls/d, was mehr als genug wäre, um den globalen Markt in ein Defizit in der ersten Jahreshälfte zu drängen", sagten die Experten der Bank ING.

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