Der wöchentliche Bericht der Energiebehörde EIA zeigte einen überraschenden Anstieg der Rohöllagerbestände in den USA. Die Daten riefen bei den Ölsorten Brent und WTI jedoch keine große Marktreaktion hervor, da der Fokus weiterhin auf die Situation im Nahen Osten nach den Angriffen auf saudische Öl-Anlagen gerichtet ist.
Laut den offiziellen Zahlen stiegen die US-Rohölreserven in der vergangenen Woche um 1,1 Millionen Barrel. Von befragte Ölmarktbeobachter hatten mit einem Rückgang von 2,5 Millionen Barrel gerechnet.
Am Vortag hatte das American Petroleum Institute (API) bereits einen Anstieg der US-Ölreserven um 592.000 Barrel mitgeteilt.
Die Rohöllagerbestände am wichtigen Umschlagsort in Cushing, Oklahoma, sanken um 647.000 Barrel.
Die Benzinbestände sind um 781.000 Barrel gestiegen (erwartet: -538.000 Barrel), die von Destillaten legten um 437.000 (erwartet: +535.000 Barrel) zu und damit weniger stark als erwartet.
Die Ölpreise reagierten kaum auf die EIA-Zahlen. So fiel der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 1,40 Prozent, der von der Nordseesorte Brent um 0,98 Prozent.
Nach der größten Rallye seit knapp drei Jahrzehnten setzte der Ölpreis gestern und heute deutlich zurück, nachdem der saudiarabische Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman gestern sagte, ein Großteil des Produktionsausfalls sei bereits kompensiert. Bis Ende September soll die Ölproduktion zudem wieder vollständig hergestellt sein, erklärte er. Zuvor hatten Ölmarktbeobachter befürchtet, dass es aufgrund der Angriffe auf saudische Öl-Anlagen zu mehrmonatigen Produktionsausfällen und damit zu Lieferengpässen kommen könnte. Das trieb die Ölpreise am Montag in die Höhe.

