Die Stimmung in der US-Industrie ist so schlecht wie seit knapp 10 Jahren nicht. Geopolitische Sorgen, Handelskriege und die immer weiter verbreiteten Erwartungen an ein langsameres Wirtschaftswachstum im In- und Ausland haben den Geschäftsoptimismus gesenkt.
Der entsprechende Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe sank nach vorläufigen Berechnungen im Juli von 50,6 auf 50,0 und ist damit nur knapp an einer leichten Rezession in der Industrie vorbeigeschrammt. Von befragte Analysten hatten mit 51,0 gerechnet.
"Die Umfragedaten deuten darauf hin, dass die Wirtschaft enttäuschend in das dritte Quartal a gestartet ist. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor weisen insgesamt auf ein jährliches BIP-Wachstum von nur 1,6 Prozent", schrieb Chris Williamson, Chief Business Economist bei IHS Markit.
Im Dienstleistungsgewerbe verbesserte sich die Stimmung dagegen leicht von 51,5 im Juni auf 52,2 im Juli. Volkswirte hatten mit einem Wert von 51,7 gerechnet.
"Das Gesamtbild zeichnet eine Wirtschaft, die in zwei Geschwindigkeiten wächst, bei der das stetige Wachstum des Dienstleistungssektors einen sich verschlimmernden Abschwung im verarbeitenden Gewerbe verdeckt. Die Kennzahl für die Industrieproduktion ist auf den niedrigsten Stand seit August 2009 gesunken und zeigt, dass die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes vierteljährlich um über 1 Prozent sinkt, allen voran aufgrund von Exportverlusten", so Williamson.
Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex legte um 0,1 auf 51,6 zu.
"Die Zukunftsaussichten haben sich seit der Veröffentlichung vergleichbarer Daten im Jahr 2012 ebenfalls eingetrübt, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen in den kommenden Monaten die Gürtel enger schnallen und damit die Ausgaben, Investitionen und das Beschäftigungswachstum dämpfen könnten. Geopolitische Sorgen, Handelskriege und die immer weiter verbreiteten Erwartungen an ein langsameres Wirtschaftswachstum im In- und Ausland haben den Geschäftsoptimismus gesenkt."
Unmittelbar nach den Stimmungsdaten aus den USA erholte sich der Euro im Verhältnis zum US-Dollar leicht. Die US-Indizes wie Dow Jones, S&P 500 und NASDAQ 100 sind mit Verlusten in den Handelstag gestartet. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen brach um 1,69 Prozent auf 2,039 Prozent ein, da sich das Wachstumsbild in den USA zusehends verschlechtert. Gold legte auf 1.428 Dollar zu.
Stellt sich jetzt nur noch die Frage: große Zinssenkung oder kleine Zinssenkung am kommenden Mittwoch durch die Fed, oder gleich MMT?
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