Von Peter Nurse
Der US-Dollar ist am Mittwoch wieder nachgefragt, da Investoren infolge enttäuschender Nachrichten über den Coronavirus-Ausbruch und dem wirtschaftlichen Schaden in Europa nach sicheren Häfen Ausschau hielten.
Um 9 Uhr lag der U.S. Dollar Index, der den Dollar gegenüber einem Korb von sechs anderen Währungen abbildet, bei 100,345 und damit 0,4% im Plus, während der EUR/USD um 0,3% auf 1,0857 Dollar und der GBP/USD um 0,3% auf 1,2300 Dollar fiel. Der USD/JPY stieg um 0,1% auf 108,81.
Die USA verzeichneten am Dienstag mit rund 1.800 Todesfällen den höchsten Anstieg der Virus-bedingten Todesfälle binnen eines Tages. Gouverneur Andrew Cuomo sagte, dass die Zahl der Todesfälle im Bundesstaat New York ebenfalls gestiegen sei.
Dies war enttäuschend, da der Bundesstaat zuvor zwei Tage lang eine Verlangsamung der Infektionsraten und weniger Todesfälle verzeichnet hatte.
"Die Risikoaversion und der US-Dollar gehen Hand in Hand", sagte Ray Attrill, Leiter Devisenstrategie bei der National Australia Bank, gegenüber CNBC.
"Die Verbesserungen beruhen auf weniger schlechten Statistiken aus verschiedenen Teilen der Welt... aber wir sind der Ansicht, dass die Märkte weiterhin unruhig bleiben werden - wir können nicht erwarten, dass es einen ununterbrochenen Strom von besonders guten oder besonders schlechten Nachrichten gibt", fügte er hinzu.
Der Euro schwächt sich ab, da die Finanzminister der Eurozone Schwierigkeiten haben, eine Einigung darüber zu erzielen, wie den vom Coronavirus betroffenen, kränkelnden Mitgliedsstaaten geholfen werden kann.
Der Knackpunkt scheint die Ausgabe gemeinsamer Schuldinstrumente zur Finanzierung der Ausgaben im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu sein, die allgemein als "Coronabonds" bekannt sind und auf die vor allem hoch verschuldete Länder wie Frankreich, Italien und Spanien drängen, während die finanziell besser gestellten Länder wie Deutschland, die Niederlande, Österreich und Finnland dagegen sind.
Der Bedarf an Hilfe wird jedoch von Tag zu Tag deutlicher.
Die Bank von Frankreich schätzte am Mittwoch, dass die Wirtschaft des Landes im ersten Quartal um 6% geschrumpft ist, was auf die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus-Ausbruchs zurückzuführen ist. Das wäre der größte vierteljährliche Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg.
Zumindest in Italien scheinen diese Maßnahmen nicht so bald zu enden, denn die italienische Presse berichtet, dass Italien die Schulen nicht vor September wieder öffnen dürfte.
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