Sensationelle Jobdaten und hochrangige Telefongespräche zwischen den USA und China ließen die Anleger am Freitag scharenweise in risikoreichere Vermögenswerte stürmen. Doch der Goldpreis hielt sich oberhalb von 1.500 Dollar und widersetzte sich damit den Marktgesetzen.
Der Gold-Future zur Lieferung im Dezember an der COMEX verteuerte sich um 0,12 Prozent oder 1,85 Dollar auf 1.516,65 Dollar je Feinunze.
Für den Kassapreis von Gold ging es um 1,64 Dollar oder 0,11 Prozent nach oben.
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Die Widerstandsfähigkeit von Gold über dem Niveau von 1.500 Dollar überraschte einige Marktteilnehmer, die erwartet hatten, dass das gelbe Metall stark einbrechen würde, nachdem die Federal Reserve nach der dritten Zinssenkung um 25 Basispunkte seit Juli am Mittwoch praktisch ein Ende des Zinssenkungszykluses signalisiert hatte.
TD Securities schrieb jedoch in einer Notiz, dass viele Anleger noch immer ein Absicherungsinstrument gegen Börsenrisiken und das Potenzial für weitere Zinssenkungen benötigen, die auch im Jahr 2020 fortbestehen werden.
"Es ist durchaus möglich, dass sich das Gros der Anleger dafür entschieden hat, ihr Edelmetall-Exposure zu halten, da eine datenabhängige Fed und eine anhaltende Inflationsschwäche die Tür für weitere Absenkungen bis ins Jahr 2020 offen lässt", erklärte das Investmenthaus.
"Da der Ausblick immer datenabhängiger wird, glauben wir, dass das gelbe Metall auf beiden Seiten der 1.500 Dollar-Marke ziemlich volatil sein wird, bis ein Trend schwächerer Konjunktur weitere Zinssenkungen im Jahr 2020 lostritt", fügten sie hinzu.
Zudem sagte Fed-Chef Powell auch, dass die Inflation schon extrem stark steigen müsste, dass die Fed die Zinsen anheben würde. Damit knallte er eigentlich die Tür für Zinserhöhungen dauerhaft zu.
Der Goldpreis sank zunächst, nachdem das US-Arbeitsministerium berichtet hatte, dass die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 128.000 gestiegen war. Volkswirte hatten mit 89.000 gerechnet. Zudem wurde die Vormonatszahl von ursprünglich 136.000 auf 180.000 hochgesetzt.
Nach Vorlage der Jobdaten sprangen S&P 500 und NASDAQ Composite auf neue Rekordhochs.
Die Risikorallye wurde später durch eine Regierungserklärung aus China zusätzlich angeheizt, wonach Peking grundsätzlich einen Konsens mit den USA in Fragen im Zusammenhang mit einem Handelsabkommen erreicht habe.
Chinas Vizepremier Liu He hatte am Freitag ein Telefonat mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin, wo beide Seiten "ernsthafte und konstruktive" Gespräche über "zentrale" Handelspunkte führten. Sie sprachen auch über Vereinbarungen für die nächste Konsultation, schrieb CNBC.
Auf wöchentlicher Basis legte der Dezember-Goldkontrakt um 0,5 Prozent zu.

