StockBeat: Vodafone beugt sich den unausweichlichen Kosten von 5G

StockBeat: Vodafone beugt sich den unausweichlichen Kosten von 5G

Mai 14, 2019

von Geoffrey Smith

- Die Kosten der Vorbereitung auf 5G haben nun auch Vodafone (LON:VOD) eingeholt.

Der britische Telekommunikationsgigant musste zu guter Letzt doch eingestehen, dass seine Dividende von 4 Mrd Euro nicht zu halten ist und er als Folge die Ausschüttung zum ersten Mal in fast 30 Jahren gesenkt hat, nur Monate nachdem der neue CEO Nick Read geschworen hatte, die Dividende zu verteidigen.

Das ist ein schwerer Schlag für Pensionsfondsverwalter und andere Einkommensjäger, der aber nicht völlig unerwartet kam, angesichts eine Verlusts von 6,6 Mrd Pfund im letzten Bilanzjahr. Die Anteile des Unternehmens wurden in den vergangenen Wochen zu einer Dividendenrendite von 9% gehandelt, was nahelegt, dass eine Dividendensenkung zu einem guten Stück schon in den Kurs eingepreist war.

Der Kurs ist am Dienstag leicht gestiegen, auf Linie mit einer moderaten Erholung an den europäischen Aktienbörsen, nachdem es am Montag Turbulenzen wegen des amerikanisch-chinesischen Handelskriegs gegeben hatte. Um 10:30 MEZ lag die Aktie um 2,3% höher und schlug sich damit besser als der FTSE 100, der um 0,7% zugelegt hat. Der Benchmark-Index Euro Stoxx 600 stieg um 0,4% auf 373,94 Punkte, liegt damit aber immer noch 2% unter seinem Niveau der letzten Woche.

Mit 30 Mrd USD an Nettoschulden und als die Kosten für 5G-Spektrum zum Großteil noch anfallen werden, sieht das Unternehmen seit geraumer Zeit finanziell angeschlagen aus. Operationelle Pannen in Spanien und Italien haben nicht geholfen und der Kauf von Liberty Globals Deutschlandgeschäft, das seine Preisgestaltungsmacht in Europas größtem Markt stark erhöhen dürfte, soll erst im Juli abgeschlossen sein.

Bis diese Bereiche Bares abwerfen werden, begeht Vodafone andere Wege, um Geld zu sparen oder aufzutreiben. In der Nacht kündigte es den Verkauf seines Neuseelandgeschäfts an ein Konsortium unter Führung von Brookfield für 2,2 Mrd USD an. Es ist keine eitle Spekulation zu denken, dass es mit dem Australien-Geschäft ähnliche laufen könnte, nachdem die Regulierer letzte Woche einen Strich durch seine besten Erfolgshoffnungen gemacht hatten, als sie seine angestrebte Fusion mit TPG nicht genehmigten.

Auf den Heimatmärkten hat es Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur mit anderen Betreibern abgeschlossen. Wenn diese Abkommen erst einmal in trockenen Tüchern sind, dann will Vodafone seine Funktürme zu Geld machen – ein Bereich, in dem es in Europa in jüngster Zeit erstaunlich große Übernahmen gegeben hat.

Für Investoren ergibt sich auch nach der Dividendenkürzung eine respektable Rendite von 5,77% und Read versprach am Dienstag eine “progressive” Dividendenpolitik in Zukunft, die einen Wiederaufbau der Auszahlungen zum Ziel hat, sobald die Schuldenlast unter dem 2,5-fachen des EBITDAs gesunken ist.

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