von Robert Zach
Neben den Aktienmärkten haben auch der Goldpreis und andere physische Rohstoffe am Freitag zugelegt. Damit hat das Edelmetall seinen Status als physischen Rohstoff bestätigt, so dass nur mit verbesserten Nachfrageaussichten die Goldpreise deutlich zunehmen dürften. Händler vermuten hinter der heutigen Preissteigerung Gewinnmitnahmen aus Short-Positionen.
Die an der COMEX gehandelten Gold-Futures zur Lieferung im April 2020 verteuerten sich um 15,45 Dollar oder 1,05 Prozent auf 1.494,90 Dollar. Das Tageshoch liegt bislang bei 1.518,90 Dollar und das Tagestief bei 1.473,50 Dollar. Für den Spot-Goldpreis ging es um 18,69 Dollar nach oben auf 1.491,46 Dollar je Feinunze.
"Ein Teil der Erholung ist auf Short-Covering zurückzuführen, weil die Enttäuschung darüber groß war, dass Gold die Unterstützung von 1.450 Dollar nicht nachhaltig unterbieten konnte", sagte Peter Grant, VP und Marktanalyst bei Zaner Metals LLC und Tornado Precious.
Gestützt hat den Goldpreis auch ein etwas schwächerer US-Dollar, der mehr als 1 Prozent verlor, aber auf wöchentlicher Basis noch immer auf einen Gewinn von gut 3 Prozent zusteuert - so viel wie seit Herbst 2008 nicht mehr. Hintergrund ist die weltweite Dollar-Knappheit und die Flucht in sichere Häfen im Zuge der Coronavirus-Krise, die die Furcht vor einer Rezession auf der ganzen Welt ausgelöst hat. Laut einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen soll sich die Weltwirtschaft bereits in einer Rezession befinden.
Um das Dollar-Defizit zu beseitigen, wollen die Federal Reserve und andere westliche Zentralbanken ab Montag nun Dollar-Swap-Operationen täglich durchführen.
"Um die Effektivität der Swap-Linien bei der Bereitstellung von US-Dollars zu steigern, haben die genannten Zentralbanken vereinbart, die Frequenz der Operationen mit siebentägiger Laufzeit von wöchentlich auf täglich zu erhöhen“, hieß es in dem Statement der Federal Reserve.
Positiv für Gold waren außerdem die gestrigen Zuflüsse in die Gold-ETFs um 2,6 Millionen Unzen. Es war der größte Tageszufluss seit zwölf Monaten.
Trotz der heutigen Goldpreis-Erholung, braucht es mindestens einen Schlusskurs oberhalb von 1.515 Dollar, um den Abwärtsdruck zu negieren. Den Aufwärtstrend wieder aufnehmen würde das gelbe Metall ohnehin erst bei einem Spurt über 1.550 Dollar.
Charttechnische Unterstützungen bilden 1.480 Dollar, 1.450 Dollar und 1.400 Dollar.
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