Venezuela wird wahrscheinlich in dieser Woche in den Schlagzeilen bleiben, als die Unruhen in Caracas Befürchtungen auslösten, dass es bald zu Störungen der Rohölexporte kommen könnte.
Inmitten gewalttätiger Straßenschlachten erklärte sich Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaido letzte Woche selbst zum Übergangspräsidenten und gewann dafür die Unterstützung von Washington und weiten Teilen Lateinamerikas, einschließlich Brasiliens und Kolumbiens..
Dies veranlasste Nicolas Maduro, der das Land seit 2013 als Präsident führt, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu kappen, was signalisierte, diese könnten ihrerseits Sanktionen gegen Venezuelas Ölexporte verhängen.
Die Entwicklungen in Venezuela könnten eine noch größere Bedeutung für den Ölmarkt bekommen, bedenkt man, dass das Land in diesem Jahr die rotierende Präsidentschaft der OPEC halten sollte, betonten Analysten.
Ansonsten werden die Ölhändler in dieser Woche nach neuen Schlagzeilen zu den internationalen Handelsbeziehungen Ausschau halten, als Vertreters China am Mittwoch in den USA für nächste Verhandlungsrunde ankommen werden, auf der an einer Lösung für den langwährenden Handelskrieg zwischen den beiden Ländern gearbeitet werden soll.
Neben Rhetorik zu Politik und Außenhandel werden in dieser Woche auch neue Daten zu den kommerziellen Rohölvorräten und der Ölförderung in den USA die Aufmerksamkeit des Marktes für sich beanspruchen.
Die Ölpreise stiegen am Freitag, gestützt von Sorgen im Zusammenhang mit Venezuela.
Rohöl der Sorte US West Texas Intermediate beendete die Sitzung vom Freitag an der New York Mercantile Exchange um 56 US-Cent oder etwa 1% höher auf 53,69 USD das Fass.
Über die Woche allerdings, verlor der US-Benchmark 0,2%, da ein starker wöchentlicher Anstieg der heimischen Rohölvorräte den Kurs belastete.
Unterdessen erhöhte sich der Referenzkurs des internationalen Benchmarks Brent für März an der Terminbörse ICE (NYSE:ICE) Futures Europe um 55 US-Cent oder 0,9% auf zu Handelsende 61,64 USD das Fass.
Über die Woche verbilligte sich das Öl allerdings um 1,7% und damit zum ersten Mal in vier Wochen.
Nachdem der Ölpreis 2018 im freien Fall beendet hatte, ist er seit Anfang Januar um rund 17% gestiegen. Generell wurde der jüngste Anstieg der Energiepreise von Anzeichen auf einen Rückgang der Weltproduktion angetrieben.
Die von Saudi-Arabien angeführte OPEC und ihre Verbündeten, an erster Stelle Russland, haben vereinbart, gemeinsam die Produktion in der ersten Jahreshälfte 2019 um insgesamt 1,2 Mio Fass am Tag (barrels per day, bpd) zu senken, um übervolle Öllager zu vermeiden.
Vor Beginn der kommenden Woche hat eine Liste der wichtigsten Ereignisse zusammengestellt, die den Ölmarkt beeinflussen könnten.
Dienstag, der 29. Januar
Das American Petroleum Institute veröffentlicht seinen Wochenreport zu den Ölvorräten.
Mittwoch, der 30. Januar
Die US-Energieinformationsbehörde veröffentlicht ihren allwöchentlichen Bericht zu den Lagerbeständen an Öl und Benzin.
Freitag, der 1. Februar
Baker Hughes veröffentlicht seine wöchentlichen Daten zu den sich in den USA in Betrieb befindlichen Bohrplattformen.
-- Dieser Report entstand unter Mitwirkung von Reuters.
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