Pfund eingebrochen, BoJ tut nichts; Fed, Handelsgespräche im Fokus

Pfund eingebrochen, BoJ tut nichts; Fed, Handelsgespräche im Fokus

Jul 30, 2019

- Das britische Pfund fiel am Dienstag auf neue Zweijahrestiefs, da es sowohl Großbritannien als auch die Europäische Union abgelehnt haben, bei ihren Verhandlungspositionen nachzugeben, was die Wahrscheinlichkeit eines abrupten Brexits am 31. Oktober erhöht hat.

Der neue Premierminister Boris Johnson bestand am Montag darauf, dass er die anderen europäischen Staatsführer erst dann treffen werde, wenn diese auf den kontroversen “Irish backstop” verzichteten, der Bestandteil des von Amtsvorgängerin Theresa May ausgehandelten Abkommens ist.

Der Backstop, d.h. die Garantie einer permanent offenen Grenze zwischen der Republik Irland und der britischen Provinz Nordirland in einem Übergangsabkommen, war auf Anfrage der Briten in eingefügt worden, um den Fortbestand eines reibungslosen Handels auf der irischen Insel auch nach dem Brexit sicherzustellen.

Bis 09:00 MEZ hatte sich das Pfund marginal gegenüber dem Dollar auf 1,2141 USD und gegenüber dem Euro auf 1,0902 EUR erholt, liegt aber gegenüber dem Vortag um 0,6% bzw. 0,5% tiefer. Zu Handelsbeginn war es allerdings auf bis zu 1,2120 USD und 1,0881 Euro gefallen.

Zuvor hatte die Bank von Japan den wichtigen Zinssatz für Tagesgeld wie erwartet unverändert auf -0,1% stehengelassen, aber ihren Richtungsausblick bekräftigt, dass “sie nicht zögern werde, weitere Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik einzuleiten, sollte die Möglichkeit bestehen, dass das Momentum zum Erreichen von Preisstabilität verloren gehen sollte."

Zuvor erschienene Daten hatten weitere Belege für einen globalen Abschwung im produzierenden Gewerbe geliefert, als Japans Industrieproduktion im Juni schärfer als erwartet um 3,6% fiel.

In Europa begann der Handel mit enttäuschenden Zahlen aus Frankreich, wo sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal auf 0,2% verlangsamt hat, vor allem aufgrund geringerer Konsumausgaben der Haushalte. Ökonomen hatten erwartet, dass das Wachstum auf 0,3% bleiben werde.

Der Dollar befand selbst sich in der Warteschleife, als die Händler auf Meldungen vom ersten Tag einer neuen Runde von Handelsgesprächen zwischen den USA und China warten – und natürlich auf den Beginn der zweitägigen Sitzung der Federal Reserve zur Geldpolitik, die heute noch losgehen wird.

Der US-Dollarindex, der die Stärke der amerikanischen Währung gegenüber einem Korb aus sechs anderen Leitwährungen abbildet, erreichte mit 97.958 seinen höchsten Stand in zwei Monaten, bevor er sich später bis 09:00 MEZ auf 97,905 zurückzog.

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