Ölpreise vor EIA-Daten weiter im Höhenflug - Produktionskürzungen zeigen Wirkung

Ölpreise vor EIA-Daten weiter im Höhenflug - Produktionskürzungen zeigen Wirkung

Mai 20, 2020

Von Peter Nurse

Die Ölpreise zogen am Mittwoch an und setzten ihre beeindruckende Erholungsrallye der letzten Zeit fort, da die Produktionskürzungen helfen, den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Nachfrage, die stark unter den Coronavirus-Lockdowns gelitten hat, liefert zudem Anzeichen für eine Erholung.

Das an der ICE gehandelte Barrel der Sorte Brent-Öl zur Juli-Lieferung (CBN20) steigt bis 15:15 Uhr um 2,5 Prozent auf 35,53 Dollar. Für das an der Warenterminbörse NYMEX in New York gehandelte Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI-Öl) mit einer Laufzeit bis Juli (CLN20) geht es um 2,6 Prozent nach oben auf 32,78 Dollar.

Die American Petroleum Association meldete am späten Dienstag einen überraschenden Rückgang der Rohöllagerbestände von 4,8 Millionen Barrel, was ein weiterer Hinweis darauf ist, dass sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage beruhigt.

Sollte die US-Energiebehörde EIA die gestrige API-Schätzung bestätigen, wäre dies der größte Lagerabbau seit Dezember 2019.

Gestützt wurde der Ölpreis auch weiterhin von den Maßnahmen der OPEC+, die seit Mai ihre Produktion drastisch kürzt. Reuters berichtete zuvor bereits, dass die russische Produktion von Öl- und Gaskondensat in den ersten 19 Tagen im Mai durchschnittlich etwa 2 Millionen Barrel pro Tag gesunken war.

Auch amerikanische Bohrunternehmen haben sich eingeklinkt. Die Zahl der US-Bohranlagen, ein Frühindikator für die künftige Fördermenge, fiel letzte Woche um 35 auf ein Mehrjahrestief von 339, so die Daten des Energiedienstleisters Baker Hughes.

Gleichzeitig wächst die Zuversicht, dass die Nachfrage steigt, da viele Länder beginnen, ihre Volkswirtschaften nach den Lockdown-Maßnahmen, die auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Krise auferlegt wurden, wieder zu öffnen.

Auf der anderen Seite gab es ernüchternde Kommentare des Fed-Chefs Jerome Powell, der sagte, dass die US-Wirtschaft angesichts der Corona-Pandemie um 20-30% schrumpfen könnte.

Er fügte hinzu, dass der wirtschaftliche Abschwung bis Ende 2021 andauern könnte und eine vollständige Erholung möglicherweise erst dann eintreten wird, wenn ein Impfstoff gefunden ist.

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