Ölpreise unbewegt - Coronavirus-Krise bremst Erholung

Ölpreise unbewegt - Coronavirus-Krise bremst Erholung

Feb 17, 2020

von Peter Nurse

Die Ölpreise blieben am Montag weitgehend unverändert, als die Investoren nach den starken Gewinnen der letzten Woche erst einmal eine Pause machten, da zudem ein US-Feiertag das Handelsvolumen in Grenzen hielt.

Gegen 13:30 MEZ wurden Futures auf die US-Leitsorte unverändert zu 52,32 USD das Fass gehandelt, während der internationale Benchmark Brent sich um 0,2% auf 57,20 USD das Fass verbilligte.

Der Ölkomplex verzeichnete letzte Woche seine erste positive Woche in sechs, als Brent über 4% und WTI über 3% zulegten. Der Markt wurde durch Spekulationen gestützt, dass die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen des Virus schon berücksichtigt sein könnten, insbesondere nachdem berichtet wurde, dass Chinas unabhängige Raffinerien, bekannt als „Teekannen“, wieder Rohöl kaufen.

Zu dem positiven Ton am Montag trug die Nachricht bei, dass die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in China am Sonntag zurückgegangen ist, während die Zentralbank des Landes den Zinssatz mittelfristiger Finanzmittel für gewerbliche Kreditgeber auf den niedrigsten Stand seit 2017 gesenkt hat.

Allerdings gibt es immer noch viele gute Gründe vorsichtig zu sein.

Japan, der viertgrößte Ölverbraucher der Welt, meldete für das letzte Quartal 2019 eine heftige Schrumpfung der Wirtschaftsleistung und erwartet im nächsten Quartal keine Besserung. Andere Länder wie Singapur und Thailand haben ihre Wachstumsprognosen für 2020 gestutzt und dies mit den Folgen durch den Seuchenausbruch begründet.

„Wir glauben immer noch, dass es ein Risiko gibt, dass die Ansteckung nach der Rückkehr von Millionen von Menschen aus dem verlängerten Urlaub an die Arbeitsplätze wieder zunimmt. Die volle Wirkung davon wird sich wahrscheinlich erst in einigen Wochen zeigen“, meinten Analysten der Danske Bank (CSE:DANSKE) in einem Forschungspapier.

Darüber hinaus müssen jetzt Zweifel bestehen, in welchem Maße die Organisation der erdölexportierenden Länder und ihre Verbündeten, eine Gruppe namens OPEC+, bei ihrem nächsten Treffen im März neue Produktionskürzungen vornehmen werden.

Ein Treffen der technischen Experten der Gruppe entschied Anfang Februar, dass eine Reduzierung von weiteren 600.000 Fass pro Tag ausreichen werde, um das Überangebot auf dem Markt zu begrenzen und die Preise zu stützen, aber Russland bat um mehr Zeit für die Entscheidung.

„Die OPEC+ hat innerhalb von 'Tagen' eine Antwort von Moskau erwartet. Es sind bereits 10 Tage und das Warten geht weiter ... Ich denke, aus Tagen werden bald Wochen", meinte Javier Blas, Chefenergiekorrespondent bei Bloomberg auf Twitter.

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