Die Ölpreise brachen am Dienstag erneut ein, da die Besorgnis über die weltweit schwindenden Kapazitäten zur Lagerung von Rohöl zunahm. Dies wurde durch die Befürchtungen verstärkt, dass die Nachfrage nach Treibstoffen nur langsam anzieht, wenn Länder ihre Beschränkungen für das geschäftliche und soziale Leben zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie lockern .
Der Terminkontrakt auf die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI Öl) fielen am Dienstag auf bis zu 10,09 USD das Fass in die Tiefe und wurden um 12.12 MEZ um 7,17% oder 0,89 USD tiefer zu 11,87 USD das Fass gehandelt. Der Preis von WTI war am Montag um 25% eingebrochen.
Die Futures auf Rohöl der Sorte Brent Öl fielen auf ein Tief von 21,93 USD, erholte sich aber und standen zuletzt um 1,08% oder 0,25 USD höher auf 23,23 USD das Fass. Der Benchmark gab am Montag um 6,8% nach und der Vertrag für die Lieferung im Juni läuft am 30. April aus.
Ölstrategen sagten, ein Teil des Preisverfalls bei WTI sei auf Investmentvehikel für Privatkunden wie börsengehandelte Fonds zurückzuführen, die den Juni-Kontrakt des Vormonats ausverkauften und sich in Monate später im Jahr fällige Kontrakte eingekauft haben, um massive Verluste wie in der letzten Woche abzuwenden, als der Preis von WTI unter die Nulllinie fiel.
Der United States Oil Fund LP (USO) (NYSE:USO), das größte ölorientierte börsengehandelte US-Finanzprodukt, teilte mit, er werde seine Anlagebestände weiter in später fällige Kontrakte verlagern.
"Da der USO ETF seine Position in Juni-WTI für den Rest der Woche weiter verkauft, hängt niemand sonst, der verkaufen muss oder will, herum und wartet bis sie das tun werden", sagte Jeffrey Halley, Marktanalyst bei OANDA Brokerage in Singapur.
Selbst wenn von der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC), Russland und seinen Verbündeten ausgehandelten Produktionskürzungen von einer Rekordhöhe von fast 10 Millionen Fass am Tag (barrels per day, bpd) ab dem 1. Mai in Kraft treten, reicht dieses Volumen bei weitem nicht aus, um einen Nachfragerückgang von rund 30 Millionen bpd aufgrund von Covid-19-Beschränkungen auszugleichen.
"Mit Blick auf die Zukunft wird diese Woche alle Aufmerksamkeit auf die Lagerdaten gerichtet sein, insbesondere auf die Zuflüsse, die wir in Cushing, dem zentralen Lieferknoten für WTI, sehen", sagte Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei ING.
"Wenn wir ähnliche Zuflüsse wie in den letzten Wochen sehen, werden wir wahrscheinlich in der ersten Maihälfte die volle Kapazität in Cushing erreichen, was den Abwärtsdruck auf den Markt aufrechterhalten dürfte."
Nach Angaben des Beratungsunternehmens Kpler ist die weltweite Speicherkapazität an Land aufgrund des Nachfrageeinbruchs zum Stand der letzten Woche zu 85% ausgelastet.
Ein Zeichen für die Verzweiflung in der Energiewirtschaft ist die Suche nach Orten, an denen Erdöl gelagert werden kann. Dazu greifen Ölhändler mittlerweile auf teure US-Schiffe zurück, um Benzin oder Schiffstreibstoff in Übersee zu bunkern.
-- Mit Material von Reuters
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