Ölpreise schwächer - Opec erwägt Produktionssenkungen

Ölpreise schwächer - Opec erwägt Produktionssenkungen

Feb 03, 2020

von Peter Nurse

Die Ölpreise sanken am Montag, womit sich die jüngste Schwäche infolge des Virusausbruchs in China fortsetzte. Die Verluste wurden jedoch durch Berichte begrenzt, dass einige große Ölförderländer tiefere Produktionskürzungen planten, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Gegen 14:20 MEZ wurde der Terminkontrakt auf die US-Leitsorte um 0,1% tiefer zu 51,52 USD das Fass gehandelt, während der internationale Benchmark Brent sich um 0,7% auf 56,19 USD das Fass verbilligte.

Brent verzeichnete im Januar einen Monatsverlust von etwas mehr als 14% und damit seinen größten Rückgang seit November 2018, als er 22% verlor. WTI hatte mit einem Minus von fast 16% im Monatsvergleich seinen schlimmsten Monat seit Mai.

Diese massiven Verluste, die größtenteils auf den prognostizierten Verbrauchsrückgang in China, dem größten Rohölimporteur der Welt, zurückzuführen sind, haben bei den Regierungen vieler großer Ölförderländer Unbehagen ausgelöst.

Die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Verbündeten, bekannt als OPEC+, erwägt eine weitere Reduzierung ihrer Ölproduktion um 500.000 Fass pro Tag, berichtete Reuters unter Berufung auf Quellen. Der Nachrichtenagentur nach erwägt die Gruppe, am 14. und 15. Februar ein Ministertreffen abzuhalten, das vor dem aktuellen Termin eines geplanten Treffens im März liegt.

Darüber hinaus berichtete das Wall Street Journal am Montag unter Berufung auf Vertreter der OPEC, dass Saudi-Arabien auf eine kurzfristige drastische Kürzung der Ölproduktion drängt.

Dennoch blieb die Stimmung am Ölmarkt insgesamt schwach.

Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, steigt weiter an und erreicht am frühen Montag 361 mit 17.205 bestätigten Ansteckungsfällen, während die meisten chinesischen Industrieanlagen wahrscheinlich frühestens am 10. Februar wieder den Betrieb aufnehmen werden.

„Das Coronavirus könnte sich potenziell auf das jährliche Welthandelsniveau in 2020 auswirken, da es nicht sicher ist, ob Fabriken und Logistik in der Lage sind, die jetzigen Verzögerungen aufgrund der begrenzten Kapazität aufzuholen und vollständig zu kompensieren", so die Analysten von ING in einer Notiz. „Wenn sie sich nicht vollständig erholen können, wird das Wachstum des Welthandels in 2020 darunter leiden."

Anzeichen für eine Abschwächung der Nachfrage sind bereits erkennbar, da Chinas Sinopec Corp., Asiens größter Raffineriebetreiber schon angekündigt hat, die Raffinerieproduktion in diesem Monat um etwa 600.000 Fass am Tag zu senken, was ungefähr 12% der durchschnittlichen Tagesproduktion im vergangenen Jahr entspricht, berichtete Bloomberg am Montag.

Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider aus der Energieindustrie des Landes berichtete, ist der chinesische Ölverbrauch um rund drei Millionen Fass am Tag oder 20% der Gesamtmenge gesunken. Die Nachrichtenagentur zitierte Daten der Forschungsboutique Kpler, die belegen, dass die Ölimporte des Landes im Wochendurchschnitt von noch 13 Millionen Fass pro Tag am 14. Januar auf nur noch 8 Millionen Fass eingebrochen sind.

Hinweis: Hier geht es zur Seite mit den Rohstoff-Future-Kursen, hier zum Ölpreis-Chart, hier zur technischen Ölpreis-Übersichtsseite und hier zu den Ölpreis-Einzelkontrakten. Alle Energiepreise in der Übersicht gibt es hier. Die wichtigsten Wirtschaftsereignisse des Tages finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

Registrieren Sie sich bei Libertex!

Üben Sie kostenlos auf einem Demokonto mit 50.000 Euro

REGISTRIEREN
oder starten Sie jetzt den Handel mit Echtgeld