Trump schwingt wieder seine Zollkeule gegen China und heizt damit die Sorgen vor einem globalen Konjunktureinbruch an. Die Ölpreise reagieren mit einem kolossalen Ausverkauf. Trump sagte am Donnerstag in einer Serie von Tweets, dass ab 1. September auf alle verbleibenden chinesischen Einfuhrwaren im Umfang von 300 Milliarden Dollar Abgaben von 10 Prozent gezahlt werden müssen.
Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 7,12 Prozent auf 54,40 Dollar je Barrel. Das ist die schwächste tägliche Performance seit mehr als 4 Jahren.
Für die Nordseesorte Brent ging es um 6,04 Prozent auf 61,06 Dollar je Barrel nach unten.
"Der Ölmarkt ist vom tobenden Handelskrieg am stärksten betroffen und die jüngste Ankündigung (Trumps) verschärft die Situation nur noch", sagte John Kilduff, Gründungspartner von Again Capital, gegenüber dem TV-Sender CNBC.
Schon gestern waren die Ölpreise unter Druck geraten, da die Federal Reserve (Fed) die Hoffnung der Ölmarktbeobachter auf einen aggressiven Zinssenkungszyklus, der die Nachfrage nach Öl hätte beleben sollen, zunichte machte, nachdem die Notenbank zwar die Zinsen senkte, aber betonte, es handle sich dabei um eine Adjustierung in der Mitte des Zyklus und nicht um den Start eines neuen Lockerungszyklus.
Der deutliche Rückgang von mehr als 11 Millionen Barrel bei den US-Rohöllagerbeständen am Mittwoch half den Ölpreisen nur kurz auf die Sprünge. Auch die Meldung, wonach Libyens Ölproduktion unter eine Millionen Barrel pro Tag gefallen sei, unterstützte die Preise nur kurz. Parallel dazu verharrte die amerikanische Öl-Produktion in der Nähe der Rekordhochs von mehr als 12 Millionen Barrel pro Tag.
"Es gibt reichlich Öl und das Nachfragewachstum zeigt Anzeichen einer globalen Abschwächung aufgrund der Handelskonflikte, dem Brexit und anderen Ereignissen, die das Wirtschaftswachstum und damit die Ölnachfrage potenziell schwächen", erklärte Victor Shum, Seniorpartner bei IHS in Singapur, gegenüber Reuters.
"Da draußen gibt es eine Menge Öl. Die US-Produktion wächst stark."
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