Ölpreise legen dank Lagerabbau zu - Russland spielt mit Öl-Händlern "Katz und Maus"

Ölpreise legen dank Lagerabbau zu - Russland spielt mit Öl-Händlern "Katz und Maus"

Okt 23, 2019

Der unerwartete Rückgang der Rohöllagerbestände hat die Ölpreise am Mittwoch in die Höhe getrieben.

In der Woche zum 18. Oktober fielen die US-Rohöllagerbestände um 1,7 Millionen Barrel. Das teilte die Energy Information Administration (EIA) am Mittwoch in Washington mit.

Von befragte Ölmarktbeobachter hatten dagegen mit einem Anstieg von gut 2,23 Millionen Barrel gerechnet.

Der Preis für die US-Ölsorte WTI stieg um 2,57 Prozent auf 55,88 Dollar je Barrel. Kurz vor der Bekanntgabe der Zahlen lag der Preis bei 54,55 Dollar.

Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 2,29 Prozent auf 61,07 Dollar je Barrel.

"Der Auslöser für den Lagerabbau war der Rückgang der Importe um 400.000 Barrel und damit zum ersten Mal seit langem wieder unter 6 Millionen Barrel liegen", erklärte Analyst Barani Krishnan in einer Notiz. "Es wurde wahrscheinlich einigen klar, dass man nicht so viel importieren muss (Raffinerieleistung arbeiten mit 85 Prozent der Kapaztität)."

"Außerdem haben wir eine dynamische Belebung der Exporte gesehen, die inzwischen fast 3,7 Millionen Barrel erreicht haben", fügte Krishnan hinzu.

Die US-Ölförderung blieb konstant bei 12,6 Millionen Barrel pro Tag.

Die Benzinbestände sanken um 3,1 Mio. Barrel. Erwartet wurde ein Minus von 2,27 Millionen Barrel. Die Lagerbestände an Destillaten sanken um rund 2,72 Millionen Barrel. Hier hatte der Markt mit -2,8 Millionen Barrel gerechnet.

"Der Fokus des Öl-Händler liegt dementsprechend auf dem kontinuierlichen Rückgang der Destillat- und Benzinbestände, die die Erwartungen sprengten", sagte Krishnan. "Und natürlich spricht man am Markt von noch mehr OPEC-Förderkürzungen, während Russland mit dem Markt wie immer Katz und Maus spielt."

Vor den Zahlen der EIA standen die beiden Ölsorten unter leichten Druck, nachdem der russische Energieminister Novak sagte, dass er keine Informationen über mögliche Diskussionen über tiefere Förderkürzungen auf der Dezember-Sitzung der Opec habe.

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