Die Ölpreise haben am Mittwoch ihr Dreimonatshoch aufgegeben, als der Fokus auf die hochschießende US-Ölförderung umschwenkte und der Markt auf die neuesten wöchentlichen Daten zu US-Lagerbeständen wartet.
In New York standen Futures auf Rohöl der Sorte US West Texas Intermediate (WTI) um 13:36 MEZ um 26 US-Cent oder etwa 0,46% tiefer auf 56,19 USD das Fass, nachdem sie gestern mit 56,77 USD ihr höchstes Niveau seit November letzten Jahres erreicht hatten.
Unterdessen sanken Futures auf Brent gegenüber ihrem gestrigen Schlusskurs um 36 US-Cent oder 0,54% auf 66,09 USD das Fass. Am Montag hatte der Benchmark für außerhalb der Vereinigten Staaten gehandeltes Öl mit einem Tageshoch von 66,83 USD ebenfalls sein bestes Niveau seit November eingestellt.
Die US-Rohölförderung, die in 2018 um mehr als 2 Mio Fass am Tag (barrels per day, bpd) auf einen Rekord von 11,9 Mio bpd hochgeschnellt ist, dürfte dank der boomenden Schieferölindustrie weiter steigen, sagte die US-Energieinformationsagentur (EIA) am Dienstag in einem Monatsbericht. Sie sagte, deren Förderung werde im März um rund 84.000 bpd steigen auf einen neuen Rekordwert von 8,4 Mio bpd.
“Schieferöl setzt neue Produktionsrekorde und bedroht die Organisation Erdölexportierender Länder (Organization of Petroleum Exporting Countries) mit einer weiteren Machtprobe, die den Markt auf den Kopf stellen könnte, als die US-Rohölpreise die 55 USD das Fass überschreiten,” warnte Analyst Barani Krishnan.
BNP Paribas teilte diese Ansicht und sagt einen Rückgang der Preise gegen Ende des Jahres voraus.
“Das Wachstum der US-Ölförderung, befeuert vom Schieferöl, wird zunehmend in größeren Mengen in die internationalen Märkte exportiert werden, während für die Weltwirtschaft zugleich eine synchrone Verlangsamung erwartet wird,” meinte die Bank.
Angesichts von Sorgen über eine Neubalancierung des Marktes, wird die Aufmerksamkeit mit Sicherheit auf die wöchentlichen Daten zu den US-Rohölvorräten übergehen.
Das American Petroleum Institute wird am Mittwochabend seinen wöchentlichen Report zu den Ölvorräten herausgeben, bevor morgen das US-Energieinformationsministerium seine amtliche Daten herausgibt, für die mit einem Anstieg der Vorräte um 3,1 Mio Fass gerechnet wird.
Der am Donnerstag erscheinende Report von der EIA wird auch die neuesten Daten zur US-Produktion enthalten.
Beide Berichte kommen einen Tag später als üblich heraus, da der Montag in den USA ein Feiertag war.
Im weiteren Energiehandel lagen die US-Benzinfutures um 13:38 MEZ 0,24% tiefer auf 1,5600 USD die Gallone, während Heizöl sich um 0,40% auf 1,9867 USD die Gallone verbilligte.
Zu guter Letzt noch eine positive Nachricht, Erdgasfutures stiegen um 0,79% auf 2,683 USD pro MBTU (million British thermal units).
-- Dieser Report entstand unter Mitwirkung von Reuters.
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