Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen und das, obwohl die US-Energiebehörde gestern einen überraschenden Anstieg der US-Öbestände gemeldet hatte.
In New York gehandelte West Texas Intermediate Rohöl Futures zur Lieferung im November stiegen um 1,2 Prozent auf 72,40 Dollar pro Barrel. Unterdessen stiegen auch Nordsee Brent Rohöl Futures, der Maßstab für die Ölpreise außerhalb der USA, zur Lieferung im Dezember, um 0,9 Prozent auf 81,52 Dollar pro Barrel.
Die US-Energiebehörde (EIA) gab gestern bekannt, dass die inländischen Rohöllagerbestände in der Woche zum 21. September um 1,852 Mio Barrel gestiegen seien. Marktanalysten hatten stattdessen mit einem Rückgang von 1,279 Mio Barrel gerechnet. Das American Petroleum Institute, das unabhängig von der Branche Daten sammelt, berichtete am Dienstag über einen Anstieg von 2,903 Mio Barrel.
Die EIA sagte, dass die Lieferungen in Cushing, Oklahoma, dem wichtigsten Lieferort für die Lieferung von WTI, letzte Woche um 461.000 Barrel gestiegen seien.
Der Ölpreis war in den letzten zwei Wochen auf fast vierjährige Höchststände gestiegen, da die Aussicht auf engere Märkte aufgrund der bevorstehenden US-Sanktionen gegen den großen Rohölexporteur Iran im November die Ölpreise stützen sollte.
"Wir sind der Ansicht, dass die Marktrisiken stark nach oben verzerrt sind, und obwohl wir nicht explizit einen Anstieg von Brent auf 100 US-Dollar pro Barrel prognostizieren, sehen wir Risiken, dass dies geschehen könnte", sagte die japanische Bank Mitsubishi UFJ Financial Group in einer Mitteilung an die Kunden.
Der Iran exportierte Rohöl im Volumen von rund 3 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf seinem Höchststand im Jahr 2018, was 3 Prozent des weltweiten Verbrauchs entspricht.
"Die Ölpreise bleiben im Bullen-Territorium, da befürchtet wird, dass die US-Sanktionen gegen iranische Rohölexporte, nach ihrem Inkrafttreten im November zu deutlich verschärften physischen Marktbedingungen führen werden", sagte Stephen Innes, Leiter des Handels für Asien/Pazifik beim Brokerhaus OANDA in Singapur.
"Die Märkte könnten die Angebotskrise durch die Iran-Sanktionen immer noch unterschätzen", fügte er hinzu.
