Ölpreise geben nach - Ölreserven und Goldman-Einschätzung belasten

Ölpreise geben nach - Ölreserven und Goldman-Einschätzung belasten

Apr 11, 2019

Die Ölpreise sind am Donnerstag in Asien gefallen, als Daten zeigten, dass die Vorräte in der Woche zum 5. April stärker zugenommen haben als erwartet.

US-Rohölfutures lagen um 06:40 MEZ um 0,5% tiefer auf 64,28 USD und auch der internationale Benchmark Brent sank um 0,4% auf 71,43 USD ab.

Die US-Energieinformationsagentur EIA hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass die US-Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 7,03 Millionen Fass angewachsen sind, währen ein Rückgang um 2,3 Mio Fass vorhergesagt worden war. Es handelt sich um die dritte Woche in Folge mit einer Zunahme der Lagerbestände, womit seit der Woche zum 22. März insgesamt 17 Mio Fass in die US-Rohöltanks geflossen sind.

Aber der EIA-Report zeigte auch, dass die Benzinvorräte um 7,71 Mio Fass absackten, während hier eine geringere Abnahme um 2,01 Mio Fass vorhergesagt worden war.

"Trotz eines Produktionsanstiegs liegt der Raffineriedurchsatz mehr als 900.000 Fass am Tag unter dem Niveau von vor einem Jahr, was zu einem soliden Aufbau der Ölvorräte geführt hat und dies besonders an der US-Golfküste," sagte Matthew Smith, Analyst beim New Yorker Cargotracker Clipperdata.

"Ausgleich zu dieser bärischen Zunahme kam von einem sogar noch größeren Rückgang der Benzinvorräte - zu dem das Defizit an Raffineriedurchsatz im Vergleich zum Vorjahr beitrug, als auch ein Aufbäumen der geschätzten Nachfrage in der vergangenen Woche," sagte Smith.

Trotz des heutigen Rückgangs wird Öl immer noch in der Nähe seines höchsten Preises in 5 Monaten gehandelt. Allerdings meinte Goldman Sachs (NYSE:GS), das der Preis wahrscheinlich nicht die 80 Dollarmarke erreichen wird.

“Wir denken nicht, dass wir zurück auf die 80er Niveaus gehen werden, sodass das Aufwärtspotential bescheiden ist,” sagte Jeff Currie, Kopf von Goldman Sachs Rohstoffstudien, dem Wirtschaftssender CNBC in dieser Woche.

In einer Studie schrieben die Analysten der Investmentbank, dass die Ölpreisrallye ihr Potential weitgehend ausgereizt haben könnte.

“Während das risikofreundliche Makro-Umfeld und die Bedrohung durch Lieferstörungen die Spotmarktpreise sogar noch höher treiben könnten, rechnen wir dennoch mit einem langsamen Rückgang von diesem Sommer an, als mehr Produktion aus dem Schieferöl und der OPEC auf den Markt kommt,” schlussfolgerten sie. “Mit hohen Reservekapazitäten in der OPEC und im Permischen Becken und einer Welle von Langzeitprojekten, die in 2020 den Betrieb aufnehmen sollen, halten wir unsere Vorhersage von 60 USD für das nächste Jahr aufrecht.”

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