Die Ölpreise haben sich am Freitag etwas zurückgezogen. Trotz eines überraschenden Rückgangs der Rohöllagerbestände haben die Ölsorten WTI und Brent während des asiatischen Geschäfts sukzessive nachgegeben. Angesichts des jüngsten Preisanstiegs sei die Versuchung hochgewesen, einige Chips vom Tisch zu nehmen, so ein Öl-Händler.
Der Preis für die US-Ölsorte WTI verbilligte sich um 0,6% auf 55,91 Dollar je Barrel. Am Vortag markierte US-Rohöl mit 56,49 Dollar den höchsten Stand seit 30. September.
Ein Fass der Nordseesorte Brent gab um 0,6% auf 61,36 Dollar je Barrel nach.
Unterstützung für die Ölpreise bietet noch immer der überraschende Rückgang der US-Rohöllagerbestände, den die US-Energiebehörde EIA am Mittwoch bekanntgegeben hatte. Diese seien um 1,7 Millionen Barrel gesunken, während im Schnitt mit einem Anstieg von 2,2 Millionen Barrel gerechnet wurde.
Auch ein am Mittwoch erschienener Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierenden Länder (Opec) und ihre Verbündeten auf der Sitzung im Dezember eine Verschärfung der Produktionskürzung beschließen könnten, sorgte in den letzten drei Tagen für eine Erholung am Ölmarkt.
Allerdings hält sich die Euphorie bei den Ölmarktbeobachtern in Grenzen, da sie sich weiterhin Sorgen um die Entwicklung der globalen Ölnachfrage machen. Zwar arbeiten die USA und China an einer Beilegung des Handelsstreits, aber noch wurde das Anfang Oktober beschlossene Phase 1 Handelsabkommen nicht unterzeichnet.

