Ölpreise driften nach abwärts - Opec+ rückt in den Vordergrund

Ölpreise driften nach abwärts - Opec+ rückt in den Vordergrund

Jul 13, 2020

von Geoffrey Smith 

Die Rohölpreise fielen am Montag trotz eines allgemein positiven Tons für andere Risikowerte wie Aktien und Industriemetalle, was darauf hindeutet, dass die Ölexporteure der OPEC+ nach ein paar Monate außergewöhnlicher Zurückhaltung das Angebot wieder erhöhen wollen.

Gegen 15:15 MEZ wurde der Terminkontrakt auf die US-Leitsorte um 0,5% billiger zu 40,33 USD das Fass gehandelt. Damit lag er aber ein gutes Stück über dem Tagestief von 39,66 USD. Der internationale Benchmark Brent sich um 0,5% auf 43,02 USD das Fass verbilligt.

Die Preise waren über Nacht gesunken, nachdem in Nachrichtenagenturen Beamte aus dem Umfeld des Kartells zitiert hatten, wonach das wahrscheinliche Ergebnis eines technischen Überwachungstreffens im Laufe dieser Woche darin bestehen werde, dass die Gruppe ihren vorab angekündigten Plan einhalten wird, ab Anfang August 2 Millionen Barrel an Ölproduktion wieder auf den Markt zu lassen. Das sind etwas mehr als 20% dessen, was die Gruppe von den Weltmärkten abgezogen hat, in einer verzweifelten Anstrengung die Preise zu stützen, als die Nachfrage nach der Covid-19-Pandemie zusammengebrochen war.

Ab dem 1. August soll die Angebotsverringerung der OPEC+ von 9,7 Millionen Barrel pro Tag auf 7,7 Millionen Barrel pro Tag gesenkt werden.

Der Preisanstieg kam, nachdem Agenturberichte namentlich nicht genannten saudischen Beamten dahingehend zitiert hatten, dass die Steigerung der Produktion nicht zu einem Anstieg der Exporte führen werde, da das Wüstenkönigreich zunächst beabsichtigte, den Inlandsverbrauch wiederherzustellen - was bedeutete, dass es nicht seine gesamte zusätzliche Produktion auf den überseeischen Märkten abladen werde.

Die OPEC und ihre Verbündeten machen eine Gratwanderung. Der geplante Anstieg wird in die Mitte der möglicherweise brutalsten Quartalssaison seit Menschengedenken fallen und ist mit Sicherheit ein robuster Test für das Vertrauen der Optimisten in eine rasche Erholung sowohl der Wirtschaft als auch der Kraftstoffnachfrage. GasBuddy-Analyst Patrick de Haan hat zuvor getwittert, dass die vorläufigen Daten seines Unternehmens darauf hindeuten, dass die US-Benzinnachfrage in der vergangenen Woche bis zum Freitag um über 16% gesunken ist - obwohl ein großer Teil dieses Rückgangs darauf zurückzuführen ist, dass die Amerikaner in der Vorwoche wegen des langen Ferienwochenendes zum Unabhängigkeitstag vollgetankt hatten.

Der Block kann jedoch einigermaßen zuversichtlich sein, dass die USA derzeit kaum mehr Öl produzieren wollen: Die Zahl der aktiven Bohrinseln befindet sich auf historischen Tiefstständen, der Kapitalmarkt ist im Wesentlichen für alle außer den stärksten Produzenten dicht und ein Gerichtsbeschluss wird effektiv die Produktion von Hunderttausenden Barrels an Öl aus der Bakken-Schieferformation lahmlegen. Matt Gallagher, der CEO des Schieferölproduzenten Parsley Energy, teilte der Financial Times am Montag in einem Interview mit, er glaube nicht, dass die US-Produktion jemals wieder auf ihre Höchststände von vor der Pandemie zurückkehren wird.

Registrieren Sie sich bei Libertex!

Üben Sie kostenlos auf einem Demokonto mit 50.000 Euro

REGISTRIEREN
oder starten Sie jetzt den Handel mit Echtgeld