Der Ölmarkt wird wahrscheinlich in der vor uns liegenden Woche auch weiterhin wegen einer möglichen Überversorgung nervös bleiben, auch wenn es Anzeichen gibt, dass die US-Sanktionen gegen den Iran die Produktion beschneiden könnten.
Sorgen darüber, dass ein Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China das globale Wirtschaftswachstum verlangsamen und damit den Ölverbrauch gefährden werde, sind in jüngster Zeit am Markt in den Vordergrund gerückt.
Trotz dieser Sorgen werden die US-Sanktionen gegen den Iran wahrscheinlich den Markt festigen, da diese ab November auch iranische Ölexporte betreffen werden.
Die Sanktionen wurden wieder aufgelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump sich in diesem Jahr aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran zurückgezogen hatte.
Der Iran ist das drittgrößte Erzeugerland der Organisation Erdölexportierender Länder und wird in diesem Jahr rund 2,5 Mio Fass an Öl und Kondensaten am Tag in den Weltmarkt liefern, was etwa 2,5% des weltweiten Verbrauchs entspricht.
Die Energieberatung FGE sagt, sie erwarte, dass dieser Wert bis Mitte 2019 auf unter 1 Mio Fass am Tag fallen wird.
Neue wöchentliche Zahlen zu den kommerziellen US-Lagerbeständen an Rohöl vom Dienstag und Mittwoch dürften die Aufmerksamkeit des Marktes für sich beanspruchen, da sie helfen die Stärke der Nachfrage im größten Verbraucherland für Öl einzuschätzen.
Die Marktteilnehmer dürften auch die wöchentliche Zählung von Bohrplattformen auf weitere Signale zur Ölförderung in den Vereinigten Staaten im Auge behalten.
Diese ist ein Frühindikator für die Ölförderung und ist letzte Woche um 9 auf 860 gefallen, berichtete der Ölindustriedienstleister Baker Hughes, was auf eine Verlangsamung des Produktionswachstum hinweist und ein ermutigenden Anzeichen für die Preise ist.
Diese Daten kamen, nachdem es zuvor Zahlen von den US-Lagerbeständen gegeben hatte, die in der Woche zum 17. August um 5,8 Mio Fass gefallen sind.
Die Ölfutures stiegen am Freitag und der US-Benchmark verbuchte seinen ersten Wochengewinn in etwa zwei Monaten.
Die Futures auf Rohöl der Sorte US West Texas Intermediate WTI für Oktober stiegen um 89 US-Cent oder 1,3% auf zu Handelsende an der New York Mercantile Exchange 68,72 USD das Fass.
Der Benchmark für den amerikanischen Markt beendete die Woche etwas 4,2% höher, nachdem er in den vorangegangenen sieben Wochen gefallen war.
Brent, der Benchmark für den Weltmarkt, stieg an der ICE Futures Börse um 1,09 oder 1,5% auf 75,82 USD das Fass, was dem Kontrakt einen Wochengewinn von 5,5% bescherte und eine Verlustserie von drei Wochen beendete.
Vor Beginn der kommenden Woche hat eine Liste der wichtigsten Ereignisse zusammengestellt, die die Ölmärkte beeinflussen könnten.
Dienstag, der 28. August
Das American Petroleum Institute führt seine wöchentliche Aktualisierung der Daten zu den US-Ölvorräten durch.
Mittwoch, der 29. August
Die US-Energieinformationsagentur veröffentlicht ihren allwöchentlichen Bericht zu den Lagerbeständen an Öl und Benzin.
Freitag, der 31. August
Baker Hughes gibt seine wöchentlichen Daten zu den in den USA aktiven Bohrplattformen heraus.
