Ölpreise bauen Gewinne vor API-Daten aus

Ölpreise bauen Gewinne vor API-Daten aus

Feb 19, 2020

Von Peter Nurse

Die Ölpreise sind am Mittwoch auf den höchsten Stand seit 3 Wochen gestiegen, nachdem die USA die Erdölhandelsgesellschaft Rosneft Trading SA sanktioniert hatten, weil sie den Transport von venezolanischem Öl zu den Raffinerien in Indien und China unterstützt hat. Dieser Schritt könnte das Gesamtangebot geringfügig reduzieren und unterstützt somit die Ölpreise.

Der Preis für die US-Ölsorte WTI legte bis 14:40 Uhr um 1,6% auf 53,12 Dollar zu, während die Nordseesorte Brent um 1,6% auf 58,69 Dollar stieg.

Die Entscheidung der US-Regierung, die Erdölhandelsgesellschaft des russischen Ölgiganten Rosneft auf eine schwarze Liste zu setzen, mag zwar Teil ihrer Strategie gewesen sein, das Maduro-Regime in Venezuela unter Druck zu setzen, aber sie hat auch den Schwerpunkt des Marktes auf die Angebotsproblematik zurückverlagert, nachdem der Schaden, welcher der chinesischen Nachfrage durch den Coronavirus-Ausbruch zugefügt wurde, viele Wochen lang im Mittelpunkt der Anleger stand.

"Da sich diese Sanktionen nur auf eine Handelsgesellschaft von Rosneft beziehen und nicht auf die Muttergesellschaft oder andere Tochtergesellschaften, ist es noch ungewiss, wie stark sich dies auf die Ölmärkte auswirken wird, da unklar ist, wie viel Öl und Produkte über die sanktionierte Unternehmenseinheit gehandelt werden", so die Analysten von ING in einer Mitteilung. "Diese Ungewissheit scheint jedoch ausreichend zu sein, um dem Markt zumindest vorerst eine gewisse Unterstützung zu bieten".

Hinzu kommt der anhaltende Konflikt in Libyen. Es war davon die Rede, dass die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen in naher Zukunft möglich sei, aber Libyens international anerkannter Premierminister Fayez al-Serraj sagte am Mittwoch, dass die Bombardierungen der östlichen Fraktionen, die versuchen, Tripolis einzunehmen, dies zunichte machten.

Dies deutet darauf hin, dass die Unterbrechungen der Öllieferungen aus Libyen anhalten werden, wobei die Exportblockaden wahrscheinlich bestehen bleiben werden. Die libysche National Oil Corporation berichtete, dass die derzeitige Ölproduktion des Landes nur 123.000 Barrel pro Tag beträgt, was seit Beginn der Blockade einem Rückgang von rund einer Million Barrel pro Tag entspricht.

"Es ist die Ungewissheit darüber, wann das libysche Angebot wieder auf den Markt kommen könnte, die es der OPEC+ erschwert, sich auf die Höhe der Förderkürzungen zu einigen. Eine Senkung ist jedoch notwendig, um den Markt im Gleichgewicht zu halten", fügte die Bank ING hinzu.

Für Preisbewegung am Ölmarkt dürften später am Tag noch die wöchentlichen Rohöllagerbestände des American Petroleum Institute (API) sorgen, die um 22.30 Uhr (MEZ) veröffentlicht werden. Letzte Woche waren die US-Ölreserven um 6 Millionen Barrel gestiegen.

Wegen des Feiertages am Montag wird die Energy Information Administration (EIA) ihre Zahlen statt am Mittwoch erst am Donnerstag veröffentlichen.

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