Der Ölpreis ist am Dienstag wegen einer Angebotsverknappung gestiegen, während der Iran versprach, soviel Öl zu verkaufen wie er kann.
US-Rohölfutures lagen um 16:00 MEZ um 0,84% höher auf 74,47 USD das Fass. Auch die Futures auf Brent, dem Benchmark für außerhalb der Vereinigten Staaten gehandeltes Öl, verteuerten sich und stiegen um 1,65% auf 79,36 USD das Fass.
Der iranische Vizepräsident Eshaq Jahangiri sagte, die Versuche der Vereinigten Staaten den Export von Öl zu unterbinden würden sich bemerkbar machen, aber das Land wolle dennoch "soviel Öl verkaufen wie wir können".
US-Präsident Donald Trump hat anderen Ländern gesagt, ab dem 4. November kein iranisches Öl mehr zu kaufen oder mit Konsequenzen zu rechnen. Trump hatte die USA im Mai aus einem internationalen Nuklearabkommen mit dem Land aussteigen lassen.
Unterdessen hat auch ein Streik in Norwegen die Kurse beflügelt. Arbeiter auf norwegischen Öl- und Gasförderanlagen werden den Erwartungen nach mit einem Streik beginnen, nachdem sie ein Tarifangebot abgelehnt hatten. Das wird wahrscheinlich die Produktion beeinträchtigen. Der Ausfall einer Anlage in Kanada hat auch die Exporte in die Vereinigten Staaten sinken lassen, während Rückgänge in Libyen und Venezuela den Ölpreis zusätzlich stützten.
Die Organisation Erdölexportierender Länder hatte sich im Juni darauf geeinigt, die Förderung um nominal 1 Mio Fass am Tag anzuheben, als Antwort auf den Druck aus den USA, die Preise zu senken. Während die Mitgliedsstaaten der Opec 700.000 Fass am Tag beitragen werden, dürfte der Rest aus Russland kommen. Die Investoren sorgen sich, dass dieser Ausbau der Förderung die Reservekapazitäten auslasten und damit die Volatilität am Markt erhöhen könnte.
Im weiteren Energiehandel sind die US-Benzinfutures um 0,86% auf 2,1715 USD die Gallone gestiegen, während sich US-Heizöl um 1,56% auf 2,2300 USD die Gallone verteuert hat. Futures auf US-Erdgas fielen um 0,60% auf 2,811 USD pro MBTU (million British thermal units).
