Von Geoffrey Smith
Die Ölpreise hielten sich am Donnerstag über 40 Dollar pro Barrel, als der Markt einen Bericht ignorierte, in dem es hieß, dass Saudi-Arabien seinen OPEC-Partnern mit einem weiteren Preiskrieg gedroht hat.
Das Wall Street Journal hatte berichtet, dass der saudische Ölminister Prinz Abdullah bin Aziz Mitte Juni Nigeria und Angola gedroht hatte, dass man ihren Kunden Rabatte anbieten würde, wenn die beiden Länder ihre Produktion nicht wie vereinbart zurückfahren.
Der Bericht ließ die Zweifel am Schicksal des Paktes wieder aufleben. Die OPEC und wichtige Verbündete wie Russland wollen ab Anfang August täglich 2 Millionen Barrel Öl zusätzlich auf die Weltmärkte bringen. Beide haben bei der OPEC inzwischen Pläne zur Anpassung ihrer Produktion eingereicht. Petroleum Argus berichtete am Mittwoch, dass die nigerianischen Exporte im Juni immer noch über dem vereinbarten Niveau lagen.
Alexander Novak, Russlands Energieminister, sagte, er rechne damit, dass die Lockerung der Versorgung wie geplant voranschreiten werde, da der Weltmarkt bereits in diesem Monat zu einem physischen Defizit zurückkehren könne, berichtete Reuters am Donnerstag.
Das an der ICE gehandelte Barrel der Sorte Brent Öl zur September-Lieferung (CBU20) stieg bis 14:15 Uhr um 0,7 Prozent auf 42,31 Dollar. Für das an der Warenterminbörse NYMEX in New York gehandelte Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI-Öl) mit einer Laufzeit bis August (CLQ20) ging es um 0,6 Prozent nach oben auf 40,05 Dollar.
Dennoch scheint die weltweite Nachfrage nach wie vor Mühe zu haben, sich vollständig von dem Schock der Pandemie zu erholen. Bloomberg berichtete, dass die indische Treibstoffnachfrage im Juni immer noch zwischen 20% (für Diesel) und 33% (für Kerosin) unter dem Vorjahresniveau lag, während die Menge der schwimmenden Lager in chinesischen Gewässern am Mittwoch auf das Rekordhoch von fast 43 Millionen Barrel anstieg, berichtete Platts unter Berufung auf Daten des Lagerbestandsverfolgungsunternehmens Kpler. Das ist ein Anstieg von über 40% gegenüber der Vorwoche.

