Ölpreis etwas schwächer vor OPEC-Treffen

Ölpreis etwas schwächer vor OPEC-Treffen

Dez 05, 2019

Der Ölpreis zog sich am Donnerstag in Asien zurück und das, obwohl die Öllagerbestände in den USA zur Wochenmitte stärker gefallen waren als erwartet.

Der Preis für die US-Sorte WTI fiel bis 23:54 PM ET (03:54 GMT) um 0,3% auf 58,23 Dollar. Ein Fass der Nordseesorte Brent sank um 0,1% auf 62,94 Dollar.

Gegenüber der Vorwoche seien die US-Ölreserven um 4,85 Millionen Barrel auf 447,1 Millionen Barrel gefallen, wie die US-Energiebehörde EIA am Mittwoch in Washington mitteilte. Von befragte Ölmarktbeobachter hatten mit einem Minus von 1,73 Millionen Barrel gerechnet.

Die Benzinbestände stiegen um 3,38 Millionen Barrel. Analysten hatten mit 1,8 Millionen Barrel gerechnet. Die Bestände der Destillate legten um 3,06 Millionen Barrel zu. Hier wurde ein Wert von 1 Million Barrel erwartet.

"Die US-Ölreserven sind letzte Woche aufgrund des gestiegenen Raffineriedurchsatzes gesunken", erklärte Alexander Kozul-Wright, Rohstoffanalyst bei Capital Economics. "Da die Bestände jedoch deutlich über dem historischen Durchschnitt liegen und die US-Wirtschaft sich abschwächen dürfte, ändert dieser jüngste Bericht nichts an unserer Einschätzung, dass die US-Rohölnachfrage weiterhin gedämpft bleiben wird."

Der Fokus der Ölmarktbeobachter verlagert sich nun auf den heutigen Beginn des OPEC-Treffens.

Die OPEC-Mitglieder werden sich am Donnerstag treffen und am Freitag kommt die die OPEC+-Gruppe zusammen.

Bei dem Treffen der Ölförderstaaten geht es vor allem darum, ob die im Dezember 2018 beschlossene Förderkürzung von 1,2 Millionen Barrel pro Tag verlängert werden soll. Die Vereinbarung läuft im März 2020 aus. Einige Experten rechnen damit, dass die Produktionskürzung verlängert wird.

"Der wahrscheinlichste Ausgang in dieser Woche ist eine Vereinbarung zur Reduzierung der Produktion um weitere 300.000-400.000 Barrel pro Tag (bpd), die von einer stärkeren Einhaltung durch Länder abhängig ist, die ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen sind", sagte die Eurasia Group in einer Mitteilung.

Im Fokus stehen auch weiterhin die Handelsgespräche zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump sagte gestern, dass die Verhandlungen mit Peking "sehr gut" laufen.

Wie Bloomberg gestern unter Berufung auf Insider berichtete, stehen die beiden Länder wohl kurz vor einer Handelsvereinbarung der ersten Phase. Diese soll auch eine Zollerleichterung vorsehen.

US-Handelsminister Wilbur Ross hatte zuletzt bekräftigt, dass der 15. Dezember als Frist für eine Einigung gilt, um weitere Strafzölle auf chinesische Importgüter abzuwenden.

Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Dienstag noch skeptisch zu einem möglichen Deal. Er habe es nicht eilig, eine Handelsvereinbarung mit Peking zu machen. Er erklärte, es sei wohl besser, bis nach den US-Präsidentschaftswahlen mit einem Handelsabkommen zu warten.

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