Ölpreis erneut unter Druck - Nachfrageschwäche  belastet

Ölpreis erneut unter Druck - Nachfrageschwäche belastet

Feb 07, 2020

Von Peter Nurse

Der Ölpreis ist am Freitag erneut unter Druck gefallen. Zweifel über das Ausmaß und den Zeitpunkt zukünftiger Produktionskürzungen der OPEC+ sowie Bedenken über die Nachfrage belasteten das schwarze Gold.

Der Preis für US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate verlor 1,4% niedriger auf 50,24 Dollar pro Barrel. Somit beläuft sich der Wochenverlust auf rund 4%. Für die Nordseesorte Brent ging es um 0,9% nach unten auf 54,42 Dollar pro Barrel.

Ein Ausschuss von technischen Experten des Ölkartells empfahl am Donnerstag eine Produktionskürzung von 600.000 Barrel pro Tag, um die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf die Nachfrage auszugleichen, aber Russland bat um mehr Zeit, da nur so die Auswirkungen des Ausbruchs auf die Nachfrage bewertet werden können.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat inzwischen erklärt, dass sein Land eine Empfehlung zur Vertiefung der globalen Förderkürzung durch die OPEC+ unterstützt, hat aber nicht erwähnt, um wie viel.

"Die Empfehlung des JTC ist nur eine Empfehlung", so die Analysten der ING in einer Notiz. "Russland muss noch überzeugt werden, aber angeblich wird es in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen. Darüber hinaus müsste über jedes Abkommen von den OPEC+-Ministern abgestimmt werden, und bisher wurde noch kein neuer Termin für eine außerordentliche Tagung vereinbart. So wie die Dinge stehen, wird die OPEC+ nach wie vor erst Anfang März tagen".

Dennoch wären Förderkürzungen in dieser Größenordnung mehr als genug für den Markt, vorausgesetzt, die Auswirkungen des Virus auf die Nachfrage stimmen mit der internen Schätzung der OPEC überein, fügte die ING hinzu.

Am Freitag senkte S&P Global Ratings seine Wachstumsprognose 2020 für China von 5,7% auf 5%, da die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs kurzfristig einen hohen Tribut fordern könnten.

Singapurs größte Bank DBS senkte am Freitag ihre Prognose für die Wachstumsrate des Stadtstaates im Jahr 2020 von zuvor 1,4% auf 0,9%, während die australische Zentralbank sagte, der Virus könne das Wirtschaftswachstum im laufenden Quartal um 0,2% senken.

An anderer Stelle wurde berichtet, dass die asiatischen Preise für Flüssigerdgas auf neue Tiefststände gefallen seien. Gestern erklärte die China National Offshore Oil Corp (CNOOC), Chinas größter Produzent von Offshore-Öl und -Gas, einen Zustand höherer Gewalt für ausstehende Flüssiggasverträge als Folge der Stilllegung der chinesischen Produktionsstätten.

Hinweis: Hier geht es zur Seite mit den Rohstoff-Future-Kursen, hier zum Ölpreis-Chart, hier zur technischen Ölpreis-Übersichtsseite und hier zu den Ölpreis-Einzelkontrakten. Alle Energiepreise in der Übersicht gibt es hier. Die wichtigsten Wirtschaftsereignisse des Tages finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

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