Von Geoffrey Smith
Die Rohölpreise stehen nach den soliden heutigen Gewinnen mit einem Jahresplus von mehr als 10% da. Investoren gehen von einer baldigen Erholung der Nachfrage aus.
Das an der ICE gehandelte Barrel der Sorte Brent-Öl zur Juli-Lieferung (CBN20) steigt bis 15:15 Uhr um 2,4 Prozent auf 42,52 Dollar. Für das an der Warenterminbörse NYMEX in New York gehandelte Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI-Öl) mit einer Laufzeit bis Juli (CLN20) geht es um 3,2 Prozent nach oben auf 40,09 Dollar.
Die Rohölpreise nähern sich nun rasch dem Komfortniveau einiger großer Produzenten. Kirill Dmitriev, CEO des Russian Direct Investment Fund und ein wichtiger Unterhändler bei der OPEC+-Vereinbarung über Förderbeschränkungen, sagte in einem Interview mit der russischen Nachrichtenseite RBC, dass er keine Notwendigkeit dafür sehe die derzeitigen tiefen Einschnitte über das geplante Ende im Juli hinaus aufrechtzuerhalten.
Der Markt schien sich damit zufrieden zu geben, dass sich die OPEC+ Mitlieder Irak und Kasachstan verpflichteten ihre Überproduktion von Mai abzubauen.
Der physische Markt sendet nach wie vor gemischte Signale aus, aber die Analysten stellten fest, dass die Preise für kurzfristige physische Brent-Lieferungen zulegen, was auf eine steigende Nachfrage schließen lässt.
Die Gefahr eines weiteren Nachfragerückgangs ist jedoch noch nicht gebannt. Die chinesische Hauptstadt Peking sagte am Freitag erneut Hunderte von Flügen ab, da die Behörden ihr hartes Durchgreifen gegen eine mögliche zweite Welle von Covid-19-Infektionen ausweiteten. Hinzu kommt der Anstieg neuer Fälle in weiten Teilen der USA. Diese Entwicklung lässt sogar darauf schließen, dass man selbst der ersten Welle nicht Herr wird.
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