Von Peter Nurse
Der Ölmarkt drängt am Freitag erneut nach oben und das, obwohl die USA einen historisch schlechten US-Arbeitsmarktbericht im Zuge der landesweiten Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vorlegten.
Das an der ICE gehandelte Barrel der Sorte Brent Öl zur Juli-Lieferung (CBN20) legt um 2,6 Prozent auf 30,20 Dollar zu. Für das an der Warenterminbörse NYMEX in New York gehandelte Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI-Öl) mit einer Laufzeit bis Juni (CLM20) geht es um 3,4 Prozent nach oben auf 24,34 Dollar.
Saudi-Arabien, der weltgrößte Ölexporteur, gab dem Ölpreis gestern Auftrieb, als das Land seine offiziellen Verkaufspreise anhob und damit den Druck auf die globalen Rohölpreise milderte.
Die US-Wirtschaft verlor im April mehr als 20 Millionen Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft. Es war der stärkste monatliche Rückgang aller Zeiten, aber die Zahl hatte nur geringe Auswirkungen auf den Ölmarkt, schließlich wurde mit einem ähnlich hohen Stellenverlust bereits gerechnet.
IHS Markit prognostiziert, dass im Zeitraum April bis Juni 2020 weltweit 17 Millionen Barrel pro Tag an Flüssigproduktion (einschließlich fast 14 Millionen Barrel pro Tag an Rohölproduktion) reduziert werden.
"Eine schnelle und brutale Anpassung des weltweiten Ölangebots an ein niedrigeres Nachfrageniveau ist im Gange. Alle Förderländer sind den gleichen harten Marktkräften ausgesetzt. Einige werden stärker betroffen sein als andere. Doch niemand kann sich davor verstecken", sagte Jim Burkhard, Vizepräsident und Leiter Ölmärkte, bei IHS Markit.
Nirgendwo ist dieser Druck offensichtlicher als bei den unabhängigen US-Bohrfirmen. Es wird erwartet, dass die Zahl der in den Vereinigten Staaten betriebenen Öl- und Gasbohrinseln in dieser Woche ein Allzeittief erreichen wird.
Letzte Woche lag die Gesamtzahl der aktien Förderanlagen nur vier Einheiten über dem Rekordtief von 404 im Mai 2016, so der Energiedienstleister Baker Hughes, der die Zählungen der Förderanlagen seit 1940 erfasst.
Die Zahlen werden heute um 19 Uhr veröffentlicht.
"Erste Anzeichen einer wieder anziehenden Benzinnachfrage in den USA und eine rasche Drosselung der Ölproduktion, die dazu geführt hat, dass die US-Produzenten innerhalb weniger Wochen über 1 Million Barrel pro Tag weniger fördern, haben eine Erholung der Ölpreise ermöglicht", sagte John Kilduff von Again Capital gegenüber CNBC.
Die neuesten Daten der Energy Information Administration zeigten den langsamsten wöchentlichen Anstieg der Rohölbestände seit Mitte März, da die inländische Produktion weiter zurückging, während der Rohölbestand in Cushing, im US-Bundesstaat Oklahoma so gering war wie seit Ende März nicht mehr.
Hinweis: Hier geht es zur Seite mit den Rohstoff-Future-Kursen, hier zum Ölpreis-Chart, hier zur technischen Ölpreis-Übersichtsseite und hier zu den Ölpreis-Einzelkontrakten. Alle Energiepreise in der Übersicht gibt es hier. In unserem Ölpreis-Forum können Sie Meinungen, Gedanken und Wissen austauschen. Die wichtigsten Wirtschaftsereignisse des Tages finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

