Ölpreis aktuell: WTI Öl geht nach unten - Pandemie-Sorgen belasten

Ölpreis aktuell: WTI Öl geht nach unten - Pandemie-Sorgen belasten

Jul 07, 2020

von Geoffrey Smith

Die Rohölpreise sind am Dienstag gesunken, aufgrund von Sorgen über die US-Wirtschaft und ihre Fähigkeit, eine zweite Welle von Covid-19 im Süden und Westen des Landes zu überwinden.

Der Verkaufsdruck war jedoch nicht stark genug, um den US-Futures-Referenzkontrakt deutlich unter das Niveau von 40 USD / Barrel zu drücken, das zu einem psychologischen Bezugspunkt geworden zu sein scheint, wenn nicht gar zu einem echten Unterstützungsniveau, das man aus der technischen Analyse ableiten kann.

Gegen 15:32 MEZ wurde der Terminkontrakt auf die US-Leitsorte WTI um 0,8% billiger zu 40,31 USD das Fass gehandelt, während der internationale Benchmark Brent sich um 0,4% auf 42,91 USD das Fass verbilligte.

Die wichtigsten Stützen des Marktes sind weiterhin die Angebotsverknappung dank des OPEC+-Pakts zur Produktionsbeschränkung und die allmähliche Erholung der globalen Nachfrage nach den Sperren im zweiten Quartal.

Eine am Dienstag veröffentlichte Studie von S&P Global Platts zeigte, dass die Produktion der Organisation der erdölexportierenden Länder den niedrigsten Stand seit über 30 Jahren erreicht hat, da Saudi-Arabien nur 7,58 Millionen Barrel pro Tag förderte und Venezuela nach Jahren der Misswirtschaft unter Präsident Nicolas Maduro und seinem Vorgänger Hugo Chavez nur noch 280.000 Barrel pro Tag fördert. Dieselbe Studie zeigte, dass Russland, der wichtigste Unterzeichner des aktuellen Produktionsabkommens von außerhalb der OPEC, derzeit nur 8,5 Millionen Barrel pro Tag pumpt.

Der Markt tröstete sich auch weiterhin von den Äußerungen des Chefs der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, am Montag, der Ängste zurückwies, dass die Pandemie „Peak Oil“ früher kommen lassen werde.

„Wenn die Ölnachfrage auf 100 Millionen b / d zurückkommen sollte, wäre ich nicht überrascht. Und bei einer starken Erholung wäre ich nicht überrascht, wenn sie höher gehen würde", wurde Birol von Nachrichtenagenturen zitiert.

Die IEA geht derzeit davon aus, dass sich die weltweite Ölnachfrage frühestens 2022 auf das Niveau vor der Pandemie erholen wird.

Das Gegengewicht zu solchen Nachrichten war eine Warnung vor großen Abschreibungen durch den italienischen Ölmajor Eni, der zusammen mit Shell (DE: RDSa) seine langfristige Prognose für die Raffineriemargen revidierte. Eni sieht jetzt langfristige Margen im Mittelmeerraum bei rund 5 USD pro Barrel, was einem Rückgang von mehr als der Hälfte gegenüber vor fünf Jahren entspricht.

Heute wird das American Petroleum Institute (API) noch um 22:30 MEZ seinen Wochenreport zu den US-Ölvorräten veröffentlichen. Am Mittwoch gibt es dann amtliche Daten, die dem Durchschnitt der Analysten nach einen Rückgang der US-Rohölvorräte von 3,4 Millionen Fass zeigen werden.

Hinweis: Hier geht es zur Seite mit den Rohstoff-Future-Kursen, hier zum Ölpreis-Chart, hier zur technischen Ölpreis-Übersichtsseite und hier zu den Ölpreis-Einzelkontrakten. Alle Energiepreise in der Übersicht gibt es hier. In unserem Ölpreis-Forum können Sie Meinungen, Gedanken und Wissen austauschen. Die wichtigsten Wirtschaftsereignisse des Tages finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

Registrieren Sie sich bei Libertex!

Üben Sie kostenlos auf einem Demokonto mit 50.000 Euro

REGISTRIEREN
oder starten Sie jetzt den Handel mit Echtgeld