von Geoffrey Smith
Die Rohölpreise erreichten am Dienstag ihren höchsten Stand seit Anfang März, was weitere Anzeichen dafür sind, dass die Organisation der erdölexportierenden Länder sicherstellt, dass jeder, der ihren Vertrag über Produktionsbeschränkungen unterzeichnet hat, sich auch an diesen hält.
Die OPEC hatte den Unterzeichnern des Pakts bis zu dieser Woche Zeit gegeben, um detaillierte Pläne vorzulegen, wie sie ihre derzeitige Produktion reduzieren wollen, um auszugleichen, dass sie im Mai über ihre Quote hinaus produziert haben. Dies verstieß gegen die Vereinbarung, insgesamt 9,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag von den Weltmärkten zu nehmen.
Nachrichtenagenturen berichteten, dass der Irak und die afrikanischen Länder Nigeria, Angola und Gabun nun alle ihre Pläne eingereicht haben. Die von Russland angeführten Länder und Saudi-Arabien hatten auf solchen Maßnahmen bestanden, als Gegenleistung für ihre Unterstützung bei der Verlängerung der laufenden Produktionssenkungen.
Die Zusagen der Nachzügler bei der Einhaltung des Abkommens verbessern die Chancen, dass der physische Markt in diesem Monat wieder ins Gleichgewicht kommt. Dieser weist hohe Überschüsse auf, seit die weltweite Nachfrage als Reaktion auf weltweite Sperrmaßnahmen zusammenbrach.
Gegen 15:20 MEZ wurde der Terminkontrakt auf die US-Leitsorte WTI um 0,9% höher zu 41,09 USD das Fass gehandelt, nachdem er zuvor ein Tageshoch von 41,62 USD das Fass erreichte, während der internationale Benchmark Brent sich um 0,9% auf 43,48 USD das Fass verteuerte.
Aber die Verpflichtung, weniger zu fördern, wurde in der Vergangenheit nicht immer eingehalten, und einige bezweifeln, dass dies diesmal anders sein wird.
"Der Irak hat sich dafür verbürgt, die Produktion von Juli bis August auf 3,5 Millionen bpd oder 1,3 Millionen bpd unter dem Durchschnitt von 2019 zu senken. Wir bleiben skeptisch, dass diese akrobatische Leistung in so kurzer Zeit erreicht werden kann", kommentierte Björnar Tonhaugen, Leiter der Ölmarktabteilung beim Berater Rystad Energy, in einer E-Mail. Er wies auf die fragmentierte Betriebsstruktur und die schwierigen politischen Bedingungen im Irak hin, die die Koordinierung der Produktion für ein Land, das der zweitgrößte Produzent der OPEC ist, erschwert haben.
Ansonsten wird am Dienstag das American Petroleum Institute seine wöchentliche Aktualisierung der Daten zu den US-Rohölvorräten veröffentlichten, vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über steigende Zahl an Coronavirus-Infektionen in den USA - nicht zuletzt in großen Öl produzierenden Staaten wie Texas und Oklahoma.

