Ölpreis aktuell: US-Daten lassen Zweifel an Erholung aufkommen

Ölpreis aktuell: US-Daten lassen Zweifel an Erholung aufkommen

Jul 16, 2020

Von Geoffrey Smith

Die Ölpreise gaben am Donnerstag nach, nachdem die Daten zeigten, dass sich die Erholung auf dem Arbeitsmarkt an Schwung verliert. Damit wachsen die Zweifel an einer fortgesetzten Erholung der US-Treibstoffnachfrage.

Die Ölpreise stagnierten jedoch am oberen Ende ihrer jüngsten Range, unterstützt durch einen Rückgang der US-Rohöllagerbestände um fast 7,5 Millionen Barrel in der vergangenen Woche.

Das an der ICE gehandelte Barrel der Sorte Brent Öl zur September-Lieferung (CBU20) fiel bis 15:15 Uhr um 0,7 Prozent auf 43,48 Dollar. Für das an der Warenterminbörse NYMEX in New York gehandelte Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI-Öl) mit einer Laufzeit bis August (CLQ20) ging es um 1,0 Prozent nach unten auf 40,77 Dollar.

Der Markt hatte über Nacht um eine Richtung gekämpft, nachdem die Nachricht die Runde machte, dass die OPEC+ beschlossen hatte, die Produktionskürzungen ab August um 2 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Der tatsächliche Anstieg der Produktion sollte aber aufgrund des höheren Inlandsverbrauchs in Saudi-Arabien und weiterer Kürzungen einiger OPEC+-Mitglieder geringer ausfallen.

Das US-Arbeitsministerium sagte, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche nur um 10.000 auf 1,30 Millionen gesunken seien. Volkswirte hatten einen Rückgang um 60.000 erwartet, was sich auf den Ölmarkt negativ auswirkte.

Dagegen waren die US-Einzelhandelsumsätze im Juni um 7,5% gestiegen, mehr als die erwarteten 5,0% Zuwachs.

Die Daten werden im Zusammenhang mit den nach wie vor steigenden Neuinfektionen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen im Süden und Westen der USA betrachtet. Allein Kalifornien, Arizona, Florida und Texas meldeten am Mittwoch weitere 36.000 neue Infektionen sowie 450 Todesfälle.

Die zweite Infektionswelle hat in verschiedenen Bundesstaaten bereits zu neuen Lockdowns geführt.

"Der Zustand der Wirtschaft steht und fällt mit dem Virus und wie das Virus eingedämmt und kontrolliert wird", zitierte das Wall Street Journal den Präsidenten der Federal Reserve Reserve von Philadelphia, Patrick Harker.

Nichtsdestotrotz berichten viele Länder auf der ganzen Welt weiterhin von einer ununterbrochenen Erholung der Nachfrage. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten lagen die Kraftstoffverkäufe im Vereinigten Königreich in der vergangenen Woche nur 20% unter dem Niveau von vor der Pandemie. Das ist eine erhebliche Verbesserung, da der Rückgang im April stolze 70% betrug, als die Pandemie ihren Höhepunkt erreichte.

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