Investing.com - Die Ölpreise sind am Dienstag gestiegen, mit dem Benchmark für den US-Ölmarkt über einem Wochenhoch, als die Investoren ihre Aufmerksamkeit auf neue Daten zu den kommerziellen Ölvorräten in den Vereinigten Staaten richteten, um die Nachfrage im größten Verbraucherland der Welt besser einschätzen zu können.
Der Branchenverband American Petroleum Institute wird heute um 22:30 MEZ seinen wöchentlichen Report herausgeben. Amtliche Daten von der US-Energieinformationsagentur kommen dann am Mittwoch, für die mit einem Rückgang der Ölvorräte um 2,9 Millionen Fass gerechnet wird.
Futures auf US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) lagen um 10:10 MEZ um 46 US-Cent oder rund 0,7% höher auf 66,56 USD das Fass, ihrem höchsten Niveau seit dem 1. Juni, während Brent-Futures sich um 56 US-Cent oder etwa 0,8% auf 77,03 USD verteuert haben.
Der Optimismus über den Gipfel von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un trug auch zu den Gewinnen am Ölmarkt bei.
Die Ölpreise hatten den Handel am Montag höher beendet, da sie von den sich vertiefenden Meinungsverschiedenheiten in der Opec über die Frage, ob die derzeit gültigen Produktionseinschnitte aufgeweicht werden sollten, profitierten.
Der irakische Ölminister Jabar al-Luaibi warnte die Förderländer davor, mehr Öl zu erzeugen, mit der Begründung, dass die Kurse nach wie vor Unterstützung bräuchten.
Das half den Ölpreise ihre anfängliche Schwäche abzuschütteln, die auf Berichte hin eingesetzt hatte, dass Russland und Saudi-Arabien ihre Förderung erhöht hätten.
Die russische Ölproduktion stieg den Berichten nach in der ersten Juniwoche um 150.000 Fass am Tag auf 11,1 Mio Fass am Tag und damit über die Landesquote, die Russland in dem mit der Opec vereinbarten Abkommen zu Begrenzung der Ölförderung zugeordnet ist.
Saudi-Arabien unterdessen steigerte in den letzten Wochen seine Förderung um mehr als 100.000 Fass am Tag, womit die Produktion des Landes sich nun der 10 Mio Fass am Tag Marke annähert.
Im November 2016 hatten die Opec und Ölexporteure außerhalb des Kartells sich auf eine Verminderung der Produktion um 1,8 Mio Fass am Tag geeinigt, um die Rohölüberschüsse am Markt zu beseitigen, was den Anstieg der Ölpreise untermauerte.
Die Mitglieder der Opec werden am 22. Juni im Hauptquartier in Wien mit Nicht-Opec-Mitglied Russland zusammentreffen, um die Förderpolitik zu diskutieren.
Die Preise waren in der jüngsten Vergangenheit auf Sorgen hin gesunken, dass die Organisation Erdölexportierender Länder und von Russland angeführte Länder außerhalb des Kartells entscheiden werden, die Förderung womöglich schon in diesem Monat um bis zu 1 Mio Fass am Tag anzuheben, um Ausfälle von Exporten aus Venezuela und dem Iran auszugleichen.
