Die Ölpreise sind am Freitag gefallen, nachdem die US-Energiebehörde EIA am Donnerstag einen Rückgang der US-Ölbestände um 4,032 Mio. Barrel meldete. Volkswirte hatten einen Wert von minus 1,294 Mio. Barrel erwartet.
Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Oktober sank um 0,03 Prozent auf 67,75 Dollar je Barrel. Unterdessen fiel die Nordseesorte Brent zur Lieferung im November um 0,1 Prozent auf 76,42 Dollar.
Dem großen Rückgang der Rohölversorgung steht ein leichter Anstieg der Importe um rund 500.000 Barrel pro Tag (bpd) gegenüber, während die Exporte um 0,271 Mio. bpd zurückgingen.
Die Rohölproduktion blieb die zweite Woche in Folge unverändert bei 11,0 Mio. Barrel, was auch den Rückgang der Ölreserven begünstigte.
Die Benzinbestände stiegen unerwartet um 1,845 Millionen Barrel und verfehlten die Erwartungen an einen Rückgang von 810.000 Barrel, während die Bestände der Destillate - die Klasse der Kraftstoffe, welche Diesel und Heizöl beinhaltet - um 3,119 Millionen Barrel stiegen, gegenüber den Erwartungen für einen Anstieg von nur 742.000 Barrel.
Unterdessen dürften die bevorstehenden US-Sanktionen gegen den Iran den Ausblick auf die Ölpreise in diesem Jahr weiter beeinflussen, so die Analysten.
"Mit der Erwartung von bis zu 1,5 Millionen Barrel pro Tag, die von den US-Sanktionen gegen den Iran betroffen sind, würde man erwarten, dass die Preise in den kommenden Wochen zulegen werden", sagte Stephen Innes, Leiter Trading für Asien und den Pazifischen Raum bei dem Brokerhaus OANDA.
Innes bemerkte außerdem, dass der Preisausblick für Rohöl nach wie vor bullish sei, was hauptsächlich auf die bevorstehenden US-Sanktionen zurückzuführen sei, die ab November auf den iranischen Ölsektor abzielen.
Die anhaltende Schwäche der Schwellenländer sowie potenzielle neue US-Importzölle auf chinesische Waren belasteten auch die Stimmung am Ölmarkt, so die Händler.
Die Trump-Administration könnte bereits heute weitere Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Mrd. Dollar erheben. Chinas Handelsministerium sagte, dass das Land Vergeltungsmaßnahmen ergreifen würde, wenn die USA neue Zölle erheben.
