Alles schon mal da gewesen und Gold-Anleger sind nicht so sehr erfreut darüber.
Eine über den Erwartungen liegende US-Inflation sowie starke US-Arbeitsmarktdaten, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, stehen im Widerspruch zu den Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem US-Kongress, dass das Wirtschaftswachstum in den USA gefährdet sei und daher eine Zinssenkung erforderlich sei. Es war vor einem Monat, als Powell plötzlich den dovishen Hammer rausholte und eine Lockerung der Geldpolitik durch die Fed signalisierte.
Der Kassakurs für Gold handelte zuletzt auf 1.407,15 Dollar und verlor damit 11,80 Dollar oder 0,8 Prozent. Zuvor testete es noch ein Einwochenhoch von 1.427,06 Dollar.
Der Gold-Future zur Lieferung im August, der an der Comex von der New York Mercantile Exchange gehandelt wird, sank 5,80 Dollar oder 0,4 Prozent auf 1.406,70 Dollar.
Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Nahrungsmittel- und Energiepreise herausrechnet, stieg so stark wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Der überraschende Preisschub auf 2,1 Prozent beförderte die Teuerung über das zweiprozentige Ziel der Federal Reserve.
"Es wäre pure Ironie, wenn die Inflation plötzlich zu laufen beginnt, da sich die Fed zuvor besorgt darüber äußerte", sagte Timothy Duy, Direktor des Oregon Economic Forum.
Powell betonte auch am Donnerstag vor dem US-Bankenausschuss, dass die Fed die Zinsen senken könnte, um die US-Wirtschaft vor den Risiken des Handelskonflikts und der sich verlangsamenden Weltwirtschaft zu schützen.
"Die US-Wirtschaft ist zwar gut in Schuss, aber wir wollen unsere Instrumente nutzen, um sie dort auch zu halten", sagte der Fed-Chef, und betonte, "angemessen zu handeln, um die Expansion" aufrechtzuerhalten.
Investoren sind in den letzten zwei Monaten in Gold geflohen und damit das gelbe Metall von 1.200 auf 1.400 Dollar hochgehievt, da das Gerede von einer Zinssenkung den Dollar schwächte und den Goldpreis ankurbelte. Der Dollar-Index, der den Greenback gegen sechs andere Währungen misst, fiel auf Donnerstag auf 96,41.
Powell stand unter enormem Druck von US-Präsident Donald Trump, der ihm fast drohte, ihn zu feuern, wenn er nicht bald die Zinsen senkt. Der Fed-Chef hat behauptet, dass er sich von der Politik nicht einschüchtern lasse und nicht zurücktreten werde, selbst wenn Trump es verlangt.
Das von entwickelte FedWatch-Too taxiert die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juli auf 100 Prozent.
Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurden, hatten Anleger zunächst ihre Wetten auf eine Zinssenkung der Fed Ende Juli zurückgeschraubt, da die US-Wirtschaft im Juni 224.000 neue Jobs schuf, was deutlich mehr war als die erwarteten 160.000. Doch die zweitätige Powell-Anhörung vor dem US-Kongress hat die Spekulationen auf eine große Zinssenkung wieder anspringen lassen.

