Nach Öllageraufbau: Ölpreise unter Druck

Nach Öllageraufbau: Ölpreise unter Druck

Dez 11, 2019

Die Ölpreise kamen am Mittwoch mit dem jüngsten Öllagerbericht der US-Energiebehörde unter Druck. Die Bestände an Öl in den USA waren überraschend gestiegen.

Der Preis für die US-Ölsorte WTI fiel um 1,1% auf 58,61 Dollar je Barrel.

Für ein Fass der Nordseesorte Brent ging es um 1,3% auf 63,48 Dollar je Barrel nach unten.

Wie die US-Energiebehörde EIA mitteilte, stiegen die Rohöllagerbestände in der Woche bis zum 6. Dezember um 822.000. Von befragte Ölmarktbeobachter hatten mit einem Rückgang von 2,76 Millionen Barrel gerechnet.

Die Benzinbestände stiegen um 5,4 Millionen Barrel. Analysten hatten mit +2,5 Millionen Barrel gerechnet. Die Bestände der Destillate legten um 4,1 Millionen Barrel zu. Hier wurde ein Lageraufbau von 1,6 Millionen Barrel erwartet.

"Es sieht einmal mehr so aus, als ob die Raffinerien in einem rasanten Tempo Produkte herstellen, die der Markt wahrscheinlich so nicht braucht, und das erklärt den kontinuierlichen Lageraufbau bei Benzin und Destillaten", erklärte Rohstoffanalyst Barani Krishnan.

"Die Raffinerieanlagen arbeiten weiterhin mit über 90% der Produktionskapazität", fügte Krishnan hinzu. "Der Lagerabbau von gut 3,5 Millionen Barrel am Umschlagsort in Cushing, Oklahoma, zeigt deutlich, wie schnell die Raffinierung voranschreitet."

Die Importe stiegen in der Woche bis zum 6. Dezember auf fast 7 Millionen Barrel.

"Das einzige Mitgift für die Ölbullen war der erste Produktionsrückgang seit langem, der nach Schätzungen der EIA von zuvor 12,9 Millionen auf 12,8 Millionen Barrel pro Tag gesunken ist", sagte Krishnan. "Außerdem haben die Exporte von Rohöl letzte Woche einen enormen Anstieg von 265.000 Barrel pro Tag erfahren."

"Der 500 Pfund schwere Gorilla im Handelsraum ist, ob ein Deal mit China gemacht werden kann", so Tariq Zahir, Gründer des New Yorker Ölfonds Tyche Capital Advisors. " Sollten wir keine Einigung oder nur eine minimale Verzögerung bei der Einführung neuer Zölle bekommen, könnten wir eine erhebliche Risikoaversion in allen Anlageklassen auf breiter Front erleben. Der ERlass der neuen Zölle würde unserer Meinung nach überall zu einer hohen Risikoaversion führen."

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