Investing.com - Die Ratingagentur Moody’s sagte am Dienstag, dass die politischen Entwicklungen in Italien in den vergangenen Tagen sich nicht auf seine jüngste Entscheidung auswirken werden, die Bonität des Landes im Hinblick auf eine Herabstufung zu überprüfen.
Am Freitag hatte Moody’s eine Überprüfung von Italiens Rating von Baa2 auf eine Herabstufung in Aussicht gestellt, mit der Begründung, dass das Land einem "erheblichen Risiko einer substanziellen Schwächung" seiner Steuereinnahmen entgegensieht, angesichts der Pläne der neuen populistischen Koalitionsregierung.
Allerdings haben seitdem die Populisten in Italien ihren Versuch einer Regierungsbildung aufgegeben, nachdem der Präsident des Landes Sergio Mattarella die Nominierung eines euroskeptischen Finanzminister blockiert hatte.
Es wird nun damit gerechnet, dass es in Italien in diesem Jahr zu Neuwahlen kommen wird und Investoren befürchten, dass diese zu einem de facto Referendum über Italiens Rolle in der Europäischen Union werden könnten, was auf eine weitere Stärkung der euroskeptischen Parteien hinauslaufen könnte.
Moody’s sagte am Dienstag, dass die wichtigsten Aspekte, die überprüft werden sollen, von den politischen Entwicklungen der letzten Tage unberührt geblieben seien.
“Wir werden die Überprüfung abschließen, wenn wir eine bessere Sichtbarkeit der politischen Richtung bekommen haben, in die das Land gehen wird, was bedeutet, dass der Zeitrahmen für diesen Review das übliche Maß von bis zu drei Monaten überschreiten könnte.” so die Ratingagentur weiter.
Sie meinte, dass Italien wahrscheinlich heruntergestuft werden wird, sollte die nächste Regierung eine Fiskalpolitik verfolgen, die nicht genügt, um die Staatsverschuldung in den kommenden Jahren nachhaltig sinken zu lassen.
Das derzeitige Rating könnte bestätigt werden, wenn die nächste Regierung ein ambitioniertes Programm von Strukturreformen auflegt, dass zu einem stärkeren nachhaltigen Wachstum der italienischen Wirtschaft führen könnte.
